Lieber Stefan,
"So wie ich es verstehe:
Glukoneogenese ist demand-driven - nicht supply driven."
Nope. Wieder einmal, der Mensch funktioniert nicht digital. Das ist keine Frage von entwede / oder!
Ich glaube wir haben Konsens bezüglich:
1. KHs in der Nahrung sind nicht essentiell. Glukose im Blut, also ein bestimmtes Nievau des Blutzuckerspiegels dagegen sehr wohl.
2. Es gibt Funktionen, Reaktionen, Abläufe im Körper, die zwingend auf Glukose angewiesen sind (daher auch das recht stabile BZ-Niveau)
3. Es gibt eine Reihe Funktionen im Körper, bei denen Glukose substituiert werden kann ( z.B. Energiebereitstellung über Fettsäuren und Ketonkörper)
4. Es gibt eine Reihe Funktionen, die nicht akut von Glukose abhängig sind und je nach Verfügbarkeit herunter oder herauf geregelt werden können (z.B. Energiebereitstellung über Glukose, Schleimproduktion, etc.)
Aus 2. folgt zwingend, dass bei KH-Unterversorgung (Nahrung, Glykogenspeicher) Glukose per Glukoneogenese erzeugt werden muss! Also "Demand Driven"! Wenn die dafür benötigten Substrate nicht in ausreichender Menge zugeführt werden, geht es hat an die körpereigenen "Depots" (Muskeleiweiß, Immunsystem, etc.).
Aus 4. folgt, dass bei KH-Unterversorgung entweder die entsprechenden Funktionen herunter geregelt werden, oder, wenn die GNG noch nicht am Anschlag läuft und ausreichend Substrat zur Verfügung steht, die GNG hochgeregelt wird. "Supply Driven"!
LG,
Thorsten
