Ich habe mir einmal folgendes Gedankenexperiment überlegt:
Wir haben eine würfelförmige Regentonne mit der Kantenlänge 100cm, die 960l Wasser enthält, also bis 4cm unter den oberen Rand gefüllt ist. Unten befindet sich ein geöffneter Wasserhahn, aus dem seit Jahrtausenden immer so viel Wasser ausläuft, wie oben durch eine Wasserleitung nachfließt. Kleine Druckschwankungen nach oben oder unten ändern nichts. Die Wasserhöhe bleibt also immer gleich und die Tonne wird niemals überlaufen.
Nun kommen irgendwann Menschen und schütten mit Teelöffeln zusätzlich Wasser in das Gefäß. Jahrzehntelang ist keine Gefahr, dass das Gefäß überläuft. Aber es werden immer mehr und mehr Menschen, viele kommen inzwischen mit Esslöffeln und gießen Wasser nach, so dass die Wasserhöhe von ursprünglich 96cm Höhe gefährlich nahe an den oberen Rand kommt. Ein Überlaufen des Gefäßes würde eine Katastrophe bedeuten.
Ein Teil der Menschen sagt nun, wir müssen die Katastrophe verhindern und dürfen nicht mehr so viel Wasser nachschütten und dürfen nicht mehr das seit Jahrtausenden bestehende Gleichgewicht in dem Fass so gewaltig stören.
Ein anderer Teil der Menschen sagt: Wir Menschen tragen doch nur 4% zum Überlaufen bei, also sind wir doch nicht schuld am Überlaufen, das sind doch die 960l, die schon in dem Fass waren!
Und eine kleine Gruppe aller Nachfüller könnte sagen: Wir sind doch nur 3,1% der Menschen, die fleißig nachfüllen. Wir sind doch nicht schuld am Überlaufen und können weiterhin nachschütten
Und jeder einzelne Mensch dieser Gruppe könnte sagen: Ich trage doch nur x% von 3,1% von 4% von 1000l dazu bei, dass das Gefäß überläuft. Warum soll ich nicht weiterhin Wasser reinschütten?
Bis zum Beginn der Industrialisierung war der sehr kleine Prozentsatz von 0,038 des Kohlendioxids in der Atmosphäre gleich. Inzwischen ist der vom Menschen gemachte Anteil ungefähr 4% und das Gleichgewicht in größter Gefahr.