20.08.2019
Geht es Euch nicht auch so? Ich habe z.Zt. das Gefühl, dass ein Aktionismus ohne Sinn und Verstand betrieben wird…
Habe mich gestern einmal über ProBiene eingelesen, gibt immer zwei Seiten. Und selbst Imker sind sich uneinig.
Ich muss dazu sagen, ich komme aus Baden und wohne am Tuniberg – der liegt in der Nähe zum Kaiserstuhl.
Wir nennen uns selber Winzerdorf, da es sehr viele Familien mit Reben gibt.
Seit den 80er Jahren wird „ökologischer“ Weinbau betrieben. Heißt Verzicht auf Spritzmittel, wo möglich und Ersatzmaßnahmen. Unser Weinpreis ist gestiegen, aber wenige waren bereit mehr zu zahlen - dann lieber die tollen ökologischen Rotweine aus dem Ausland zu 1,99 EUR pro Liter kaufen.
Stunden meiner Kindheit und Jugend habe ich mit manueller Arbeit in den Reben zugebracht, sei es mulchen (im Elsass wurde da einfach mit Glyphosat gearbeitet), Pheromonausbringung (anstatt Gift), Entlauben, etc. Wir haben gelernt mit der Natur zu arbeiten.
Jährlich habe ich heute Insektenstiche… In meinem Garten wimmelt es von Hummeln / Bienen / Frösche.
Wir haben es geschafft, dass unsere Landschaft, unser Lebensraum zum Schutzgebiet wurde.
Nun kommt eine Bewegung auf, die aus meiner Sicht von Lobbyisten geschürt wurde – und „Städter“ geben vor, wie zukünftig gearbeitet werden soll.
Da wir in einem Schutzgebiet wohnen (das von Landwirten geschaffen wurde), schreibt die Bewegung einen völligen Verzicht von Plfanzenschutzmitteln vor.
Super Idee – überhaupt nicht machbar im Weinbau, selbst unser Demeterbetrieb im Ort schüttelt den Kopf.
Wenn das kommt, müssen alle Betriebe schließen. Was dann? Verwilderung unseres Lebensraums? Zukauf aller Weine aus dem Ausland, die alle natürlich vollkommen ökologisch arbeiten…
Ich bin so gereizt derzeit. Gottseidank habe ich einen anderen Job gelernt…
Aber das ist alles so ohne Sinn und Verstand. Fremdsteuerung.
Wenn ich etwas nicht weiß, informiere ich mich. Bevor ich jemand vorschreibe, wie er zu arbeiten hat – mache ich das vor.
Wir müssen aufpassen, dass wir „frei“ bleiben und nicht alles (von Lobbyisten) vorgegeben wird. Ich kann mittlerweile verstehen, dass die Welt über uns lacht.
Hoffentlich zwickt mich jemand und ich wache endlich aus dem derzeitigen Alptraum auf.
Wenn ich Bio will – dann kaufe ich das und zwar zu höheren / angemesssenen Preisen. Am Besten vor Ort, dann sehe ich auch, ob das verkaufte Bio dem entspricht, was ich unter Bio verstehe .
Aber Bio vorzuschreiben aber weiterhin zu Billigpreisen einzukaufen, passt irgendwie nicht zusammen.
Ich will nicht am Ende meiner Tage zurückblicken und sagen müssen: Meine Generation hat es geschafft, dass wir keine Landwirtschaft mehr haben und die tausendjahre alte Tradition nicht mehr existiert.
Fleischsteuer? Lachhaft.