12.01.2019
Auch wenn Herr Michalsen seine Thesen in seinem Buch zum Besten gibt, wird es nicht besser oder richtiger. Er spricht von einer "großen schwedischen Studie", benennt sie aber nicht und hat auch keine Fußnote daran geheftet. Also welche "große schwedische Studie" mag da gemeint sein?
Dann schreibt er auf einmal: "Essen Sie bei Milch und Käse gute Bio-Produkte". Was den nun? Also doch dieses grundsätzlich ungesunde Milchzeug, aber in Maßen?
Und zum Thema Säuren heißt es u.A.: "[...] die säurefördernde Faktoren wie die schwefelhaltige Amino- und die Phosphorsäure sowie Schutzfaktoren (Minerale, Kalium oder Kalzium) [...]"
Kalzium schützt also vor Übersäuerung. Es sei denn, es ist in Milch???
Bis jetzt fehlt mir immer noch ein valides Studienergebnis, dass belegt, dass Milch ein Kalziumräuber ist und die Knochenstabilität beeinträchtigt (in welchem Kontext überhaupt?).
Im Gegensatz dazu habe ich aber z.B das hier gefunden:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3796667/
"This study was performed to determine the effects of dietary calcium (Ca) intake, milk and dairy product intake, and serum vitamin D level on bone mineral density. [...] Additionally, the risk for osteoporosis significantly decreased as the Ca/P ratio increased (quartile 4 vs. quartile 1: OR 0.76; 95% CI: 0.58-0.98). The degree of risk was 0.96 (0.66-1.38) in those who consumed < 1 portion of milk or dairy products daily, and 0.71 (0.53-0.96) in those who consumed > 1 portion per day, compared with those who had zero intake. The risk for osteoporosis significantly decreased as the serum 25(OH) vitamin D level increased. From these results, we advocate an increase in Ca, milk, and dairy product intake, and that serum 25(OH) vitamin D levels be maintained within the normal range, for the maintenance of bone health and the prevention of osteoporosis in adults."
Kommt wohl wieder mal darauf an, wen man fragt. Vegetarier, Veganer, Normalos, Schweden oder Koreaner.
Übrigens wissen wir ja mittlerweile, dass es durchaus Faktoren gibt, die die Nutzung und Einlagerung von Kalzium in Knochen unterstützen oder behindern. Man denke z.B. nur mal an Vitamin K. Auch das Spurenelement Bor kann einen großen Einfluß auf die Festigkeit der Knochen und ihre Mineralisation haben.
Mein Tipp: Wer Milch mag und verträgt, solldoch bitte auch gerne weiter konzumieren. Es müssen ja nicht gleich mehrere Liter täglich sein.
Was das mögliche Befeuern eines Tumorwaschtums angeht, Milch ist für die Kleinsten einer Spezies ein Vollnahrung(!), die alles(!) liefert, was zu einer schnellen Entwicklung, Kräftigung, Wachstum benötigt wird. Ja, Milch ist anabol und befeuert den Zell- und Gewebeaufbau und Regeneration. Selbstredend auch den von Krebszellen, wenn welche vorhanden sind. Das heißt aber nicht notwendigerweise auch, dass Milch Krebs hervorruft/verursacht.
Selbst Dr. Strunz wird nicht müde, in unregelmäßigen Abständen die wohltuende Wirkung von Wachstumshormonen zur Regeneration und Zellerneuerung zu betonen. Auch wenn hier durchaus etwas mehr Differenzierung, auch bezüglich Krebswachstum (reagiert auch auf Wachstumshormone) angebracht wäre.
Ach so, die Massai, das noch vergleichsweise traditionell und ursprünglich lebende Naturvolk in Afrika, das sich hauptsächlich von ihrem Vieh (Fleisch) ernährt, konsumiert auch eine ganz ordentliche Menge Milch. Gerne auch vermischt mit Rinderblut. Von lebenden Rindern!
"Ihre Kultur dreht sich um das Rind. Ein „guter“ Massai hat nicht weniger als 50 Rinder. Das Trinken von Rinderblut, teilweise vermischt mit Milch, gehört zum Leben und den Zeremonien dazu. Dabei wird dem Rind der Kopf festgehalten und mit einem Pfeil die zum Anschwellen gebrachte Halsvene angeritzt – jedoch nicht durchtrennt. Nach dem Auffangen von bis zu zwei Litern wird das Rind verbunden und lebt weiter. Nach Zugabe der Milch wird das Gefäß lange geschüttelt, "
Da finde ich bloßes Melken irgendwie sanfter/harmloser.
LG,
Thorsten