05.12.2016
Hi Mario.
Ich würde zuerst einmal differenzieren zwischen Geheimplan (anfangs nur Eiweißshakes) auf der einen Seite und ketogener Ernährung (Low/No-Carb + High Fat + moderate Protein) mit dem Ziel einer ketogenen Stoffwechsellage auf der anderen Seite.
Der Bullet-Proof-Kaffee ist ein extremes Beispiel (kaum/keine Mikronährstoffe) aber ja, nach meinem angelesenen Wissen und persönlicher Erfahrung sollte der Anteil an Fett-Kalorien deutlich über 60% liegen. Dabei sollte man aber auch eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) sicherstellen. Moderat Eiweiß verzehren, so dass der Körper gerade nicht nenneswert an die eignen Strukturen (Muskelmasse) ran muss, um Glukose zu erzeugen.
Das Ganze hat dann auch nicht notwendiger Weise etwas mit Abnehmen/Gewichtsreduktion zu tun. Im Gegenteil, bei zu hoher Fett-Zufuhr kann es wohl durchaus auch zu einer Gewichtszunahme kommen. Auch die Art der zugeführten Fette ist wichtig; "gute Fette", "schlechte Fette". Da wären vermutlich einschlägige Bücher oder Foren über Ketogene-Diäten bessere Tipgeber als ich. Vor allem, wenn es darum geht längerfristig oder dauerhaft in Ketose leben zu wollen.
Mein kurzfristiger Ausflug in die Ketose (~6-8 Wochen) war im Wesentlichen davon geprägt, Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten, Zucker, Obst, Bier, Wein, etc.) wegzulassen und bewußt keine fettarmen Lebensmittel zu verzehren. Stattdessen Vollfett Milch, Frischkäse und Quark in Doppelrahmstufe, Avocado-Dip, durchwachsenes Fleisch (gegrillt) mit selbst gemachter Kräuterbutter, Gemüsepfannen in allen Ausührungen und mit reichlich Öl und Kräutern, Salate mit Öl-Dressings. Dazu viel Sport in allen Intensitäten um restliche KHs auch weg zu ballern.
Irgendwann drangen mir dann Begriffe wie "metabolische Flexibilität" und "Insulinsesitivität" in mein Bewustsein. Frei nach dem Motto "Das bessere ist der Feind des Guten", habe ich dann KHs wieder in den Speiseplan aufgenommen (bis auf Haushaltszucker; den versuche ich zu meiden bzw. durch Traubenzucker zu ersetzen). Ein entsprechendes Sport-Pensum macht's möglich und schließlich war ich nicht wirklich krank sondern wollte nur ein paar überflüssige Pfunde loswerden und wieder etwas fitter werden (hat beides geklappt und wird fortgeführt).
Anzumerken möchte ich noch, dass nicht nur Glukose eine Insulinausschüttung provoziert, sondern auch Eiweiße und Fette, Spektrum der Wissenschaft:
"Ein wichtiger physiologischer Stimulus für die Insulinsekretion besteht in einer hohen Blutglucosekonzentration, z. B. in Form der Hyperglycämie, die nach einer Mahlzeit auftritt, und die Insulinsekretion fördert. Weitere primäre physiologische Stimuli der Insulinsekretion sind: Mannose, Leucin, Arginin, Lysin, kurzkettige Fettsäuren, langkettige Fettsäuren, Acetoacetat und β-Hydroxybutyrat."
Eine falsch praktizierte ketogene Ernährung kann also durchaus ihren eigenen Zielen zu Wider laufen (z.B. Insulinspiegel niedrig halten).
LG,
Thorsten