16.12.2022
Ich habe die Beiträge von Paul Saladino von Beginn an mitverfolgt, habe seinen Enthusiasmus in Bezug auf die Carnovaren Ernährung mit angesehen und auch die Experimente miterlebt, die er einleiten musste (Gemüse, Reis, Honig, Früchte etc ...).
Saladino ist ein sehr guter Wissenschaftler, gar keine Frage, aber ich habe auch immer wieder beobachtet, dass er nicht wirklich in der Lage ist, das recherchierte auf das praktische Leben umzumünzen (s. letztes Interview mit Dr. Berry).
Das Beispiel Honig zeigt das sehr deutlich. Er spricht von seinen Erfahrungen bei den Hadza (wilder Honig), seinem Honig in Südamerika (anderes Klima, vielleicht sauberer Luft, vielleicht saubereres Wasser, vielleicht weniger Pestizide). Auch erzählt er von all den tollen Früchten, die dort wild wachsen (wachsen da zwar wild, sind aber mit Sicherheit auch vor vielen Jahrhunderten "süß" gezüchtet worden).
Was er aber scheinbar nicht sehen will, ist das der Honig für sein Publikum eben nicht aus der unberührten Wildnis kommt, dass unsere Bienen mit Zuckerwasser gefüttert werden und das es für uns, in all den Großstädten, keine saubere Luft, kein sauberes Wasser und auf dem Land viele Pestizide gibt.
Und wenn ich mir dieses Bild vor Augen halte, dann ist das Ergebnis irgendwelcher Studien oder die Meinung von Saladino nicht mehr so Lupenrein. Honig ist flüssiger Zucker, dessen Nährstoffgehalt im Vergleich zur Menge des (Frucht)zuckers so gering ist, dass es den Konsum nicht besser macht. Und ich bin mir zudem nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, sich nur auf den Insulinwert zu verlassen. Der Körper ist weit komplexer und die Geschichte der Medizin hat oft genug gezeigt, dass es fatal sein kann, nur in eine Richtung zu schauen.
Bei Früchten sieht das natürlich etwas anders aus. Wie Dr. Lustig das schon vor 10 Jahren gesagt hat, haben Früchte Fasern/Ballaststoffe, die die Aufnahme ins Blut verlangsamen und den Überkonsum an Obst verhindern. Bei Honig ist das nicht der Fall.
Und auch Dr. Strunz propagiert nicht das maßlose Vertilgen von Obst. Er spricht von viel Blattgemüse, buntem Gemüse und "Low Carb Obst". Bananen und Mangos, wie im Fall von Saladino, gehören nicht zu dieser Kategorie.
Und auch der viele Sport ist kein Garant dafür, dass unsere Körper den übermäßigen Fruchtzuckerkonsum heil überstehen. Unsere Körper benutz den Fruchtzucker ja nicht zur Energiegewinnung. Die Glukose ja, aber Obst (und vor allem Honig) bestehen nur zu einem geringeren Teil aus Glukose. Was bedeutet, dass der größte Teil direkt in die Leber wandert. Und es gibt da draußen genug Beispiele an durchtrainierten und dünnen Menschen, die entweder krank sind oder gar kurz vor einer Diabetes stehen.
Ich bin daher sehr sehr skeptisch beim Thema Früchte und Honig.