Hallo Herbert,
einige Aspekte noch zu deiner korrekten Schilderung:
-Hohe Gaben von B12, egal in welcher Form, verfolgen den Zweck, dass auch bei ungenügender Produktion des Intrinsischen Faktors IF, über Diffusion genügend aufgenommen wird. Der Intrinsische Faktor ist dabei das Magenprotein für die Aufnahme von B12 ,er wird etwa bei Pankreasinsuffizienz, Magensäuremangel (der häufigste Grund von Sodbrennen ist zu wenig Magensäure, nicht zu viel!) oder Gastritis unzureichend produziert. Eine hinreichende B12-Aufnahme ist dann nicht mehr gewährleistet! Der Normalfall sollte es aber sein, über die IF einige µg am Tag aufzunehmen, bei allzuviel B12 ist der IF schnell gesättigt, eine weitere Aufnahme daher über diesen nicht mehr möglich. Nimmt man etwa Lutschtabletten so wird über die Mundschleimhaut bzw. bei Tabletten über die Darmschleimhaut jeweils via Diffusion ein geringer Teil aufgenommen werden, Größerordnung: ein Prozent oder weniger. Daher sind selbst das 50x einer Tagesdosis in Kapseln (=150 µg) nicht wirklich viel, entweder werden über den IF vielleicht so 10 µg aufgenommen werden (gut) oder bestenfalls 1,5 µg via Diffusion (zu wenig).
-Cyanocobalimin muss in vier ezymatischen Schritten in Methylc. oder Adenosylc. umgewandelt werden. Ob diese Enzyme bei DIR und MIR komplett vorhanden sind UND in ausreichender Menge produziert werden ist erst mal fraglich. Bei vielen glücklicherweise: ja. Aber eben nicht immer! Cyanoc. ist daher als NEM nicht Mittel der ersten Wahl.
-Adenosylcobalimin findet nur und als einzige(!) B12-Form innerhalb des Mitochondriums Verwendung (Citratzyklus)
- Methylcobalimin findet bei der Methylisierung Verwendung
- Methylc. kann in Adenosylc. umgewandelt werden. Ob immer bei jedem und in der richtigen Menge: unbekannt. Ideal wäre daher eine Gabe von Methylc. UND Adenosylc.
-Messen: "B12 im Serum" misst alle Formen von B12- neben der Speicherform Hydroxocobalimin existieren noch über ein halbes Dutzend weitere, die zum Teil auch die Zwischenschritte der Verarbeitung von Cyanac. beinhalten. Wichtig und daher zählen tun aber nur die aktiven Formen, Methylc. und Adenosylc. Dieser Meßwert kann daher bestenfalls einen Mangel anzeigen, aber oft falsch positiv sein, also eine ausreichende Versorgung nur vorgauken. Also etwa dann, wenn die enzymatische Verarbeitung von Cyanoc. nicht zu Methylcobalimin gelingt: das ganze Cyanoc. und einige Zwischenschritte gehen hier in den Wert ein, für das für die Methylierung entscheidende Methylc. ist aber nichts oder zu wenig darin enthalten.
-Messen: "Methylmalonsäure". Dieser Wert misst einen Intermediär im Methylierungszyklus, der bei fehlendem B12 shclecht abgebnaut werden kann und daher ansteigt. Ein hoher Wert zeigt daher eindeutig einen Mangel an Methylcobalimin an. Bei alleiniger Gabe von Methylc. oder Cyanoc. wird daher auch ein Mangel an Adenosylc. vorliegen.
-Messen: "Holo-Transcobalimin oder Holo-TC". Nur aktive Formen von B12 werden in diesem Transportprotein von der Leber zu den Zellen transportiert. Das ist also ein Maß des für die Zellen tatsächlich verfügbaren aktiven B12. Quasi der Goldstandard.
-Messen: Homocystein. Ähnlich der Methylmalonsäure, hier wird der Methylierungszyklus indirekt bewertet. Bei zu hohem Wert kann entweder ein Mangel an B6, Folat oder B12 vorliegen. Oder jede beliebige Kombination dieser drei. Da die Methylisierung betroffen ist geht es hier wenn, dann, um Methylcobalimin.
-Fazit: Adenosylcobalimin wird in allen vier Tests nicht direkt gemessen. Bei einem Verdacht auf Störungen des Mitochondrialen Stoffwechsels wie etwa bei Chronic Fatigue wäre es sicherlich auch mal einen Versuch wert, auch nach Erreichen eines ausreichenden Holo-TC eine Adenosylcobalimingabe zu versuchen, evt. liegt es auch an diesem Schritt.