17.01.2020
Hallo Sabine,
nach deinen Schilderungen ist ersichtlich, dass eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt. Typisch hierfür sind auch die kurzzeitigen Dissoziationen / Black-Outs. Das heißt auch, dass in der Tat eine epigenetische Anfälligkeit für Immunschwächen und Immunerkrankungen vorliegt. Zumindest sagen dass Studien aus, die von Psychologen durchgeführt worden sind. (Memo: Ausgabe von Psychologie Heute / Viele internationale Studien, kein Verkaufs-BlahBlahBlah von psychotherapeutischen Dienstleistern.)
Wobei das Wichtigste vorerst ist, die Entzündungen in den Griff zu bekommen. Zuvor wurde Dr. Kuklinski genannt, der hat auch Belegbetten in einem Krankenhaus zur Verfügung. Auf jeden Fall wäre es gut, eine Stabilisierung mit sämtlichen in Frage kommenden orthomolekularen Substanzen nach der Messung durchzuführen. Am besten über Infusionen, hier kann man deutlich mehr an Aminosäuren und anderen Stoffen zuführen als wenn sie oral aufgenommen werden.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass 5-40 mg elementares Lithium in Form von Lithiumoratat neuroprotektiv wirken und die Neubildung von Gehirnzellen anregen. Außerdem wirkt es positiv auf die Expression von über 50 Genen. Es hilft auch gegen sämtliche Formen von Depressionen und Angstzuständen, ohne dass es in dieser Form Nebenwirkungen verursacht. (Schilddrüse sollte in Ordnung sein und es sollte keine Schwangerschaft vorliegen. / James Greenblatt: Lithium - das Supermineral für Gehirn und Seele)
Für eine Psychotherapie bei Traumatisierung ist es schon notwendig, dass die Klienten eine Stabilität haben. Erfolgreiche Behandlungen bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) arbeiten körperorientiert mit EMDR (Rapid-Eye-Movement-Technik). Es ist jedoch alles andere als Entspannung, in diesen Sitzungen die Traumata erneut bewusst zu durchleben und alle körperlichen Symptome zuzulassen und sie langsam mit den Winke-Winke-Bewegungen des Therapeuten abzuarbeiten. (Aus eigener Erfahrung kann ich nur berichten, dass die anwendende Therapeutin eine Krankschreibung von 3 Tagen bei den zu Anfang erfolgten Sitzungen empfahl, einschließlich des Tages des Settings.)
Man kann sich vorstellen, dass die Traumata in jeder Körperzelle wie festgefroren sind und somit in der Kommunikation mit dem Rest des Körpers ein eigenartiges Eigenleben aufweisen, aus denen auch Dissoziationen (kurze Blackouts, ein neben sich stehen mit Abspaltung von Gefühlen oder auch mentalen Prozessen) entspringen, bis hin zu sog. Depersonalisationen (sehr verschärfte Dissoziationen), mit völligen Auflösungserscheinungen einer Person.
Das EMDR-Verfahren wird erfolgreich angewendet, seitdem die traumatisierten US-Kriegsveteranen aus Vietnam psychotherapiert wurden. Dennoch ist es in Deutschland kaum bekannt und viele Fachschaften nehmen diese Technik einfach nicht zu Kenntnis. Sollte sich eine reine Gesprächs-Psychotherapie oder gar eine kognitiv ausgelegte Verhaltenstherapie ergeben, welche die körperorientierte Ebene (EMDR) auslassen, so kann es maximal zu einer Stabilisierung kommen, bei der zukünftig auftretende Stressoren erneut zu heftigen re-traumatischen Reaktionen führen würden.
(Wenn PTBS das Thema ist - es ist einfach sehr naheliegend, irgendwie ausgehend der Schilderungen aus sich selbst heraus sprechend - würde eine rein orthomolekulare Therapie bestenfalls den Zustand von zu Beginn der vielen auftretenden Entzünden wieder herstellen können. Erneute Stresstrigger würden wieder in eine ähnliche Situation führen können wie zuvor.)
LG,
Claudia