16.03.2025
Also, jetzt habe ich doch tatsächlich die Originalstudie gefunden:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5648175/
Long-Term, Supplemental, One-Carbon Metabolism–Related Vitamin B Use in Relation to Lung Cancer Risk in the Vitamins and Lifestyle (VITAL) Cohort
und übe gleich einmal Kritik:
Participants were right censored from the analysis at the earliest date of the following events: withdrawal from the study (0.03%), death (4.9%), emigration out of the SEER catchment region (5.4%), or December 31, 2007, the date of linkage to the SEER registry (88.6%).
Mit anderen Worten: gestorbene Personen wurden ab Todesdatum nicht berücksichtigt,
ihre Todesursache nicht analysiert (außer sie haben vorher Lungenkrebs bekommen).
Es sind immerhin 4,9%. Etwa 800 Leute bekamen Lungenkrebs von ca. 77 000 Teilnehmern, das sind etwa 1%.
Und jetzt fange ich an zu meckern:
1. man hat sich nur für Lunkenkrebs interessiert, andere Krebsarten oder Erkrankungen wurden ausgeblendet.
2. man hat nicht analysiert, woran die 4,9% Teilnehmer gestorben sind und wieviele davon B-Vitamine
genommen haben. Es sind immerhin 5 mal so viele wie eine Lungenkrebsdiagnose bekamen.
und deshalb ist für mich
3. die Aussage, dass unter den nicht vorher Gestorbenen männlichen Rauchern, die B-Vitamine nahmen,
das Risiko für Lugenkrebs signifikant erhöht ist, für die Mülltonne.
Denn solange man nicht weiß, wie sich die 4,9% Toten zusammen setzen (Todesursache, Vitamin B),
könnte eine Erklärung auch sein:
Da die männlichen Raucher mit B-Vitaminen unterdurchschnittlich oft verstorben waren (z.B. weniger
Herzinfarkte - Homocystein erfolgreich gesenkt!), waren überdurchschnittlich viele übrig, die überhaupt
Lungenkrebs bekommen konnten...
Eventuell wären es in dieser Gruppe einfach nur durchschnittlich viele Lungenkrebserkrankte gewesen,
aber dazu darf man nicht einfach die 4,9% ohne Analyse rausstreichen, weil das ziemlich sicher die Statistik verzerrt hat.