Forum: Ernährung - News vom 28. März
Natürlich Thomas, muss man die Dinge differenziert sehen. Das war nur eine Wiedergabe von anderen Ansichten. Ich habe zuletzt viele Bücher/Aufsätze über Ernährung gelesen. Das sind jeweils komplett andere Ansätze. Ich lasse mich von dem ganzen Studienkram und den ganzen Wundermitteln nicht beeindrucken. Letztendlich ist doch nur entscheidend wie man sich fühlt und was man individuell verträgt. Gestern habe ich von einem Brasilianer gelesen, der wohl der älteste Mann auf der Welt ist. Er kann alles noch selbstständig und nimmt keine Medikamente. Er lebt seit 50 Jahren in einem Heim und ist dort recht einsam. Sein Laster ist die Raucherei von sebstgedrehten Zigaretten. Auf dem Foto sah er recht munter aus, allerdings sehr dünn.
Moin Carlos, trotzdem bin ich der Meinung, die Sache muss man differenziert betrachten.
In tierischen Proteinen befinden sich die BCAAs, besonders genannt seit das Leucin. Diese bewirken eine insulinreaktion die im Verhältnis zu Kohlenhydraten allerdings nur moderat ausfällt. Allerdings haben sie die Eigenschaft mTor direkt und sehr stark zu aktivieren.
Jetzt muss man aber den Kontext in Betracht ziehen um die Wirkung zu beurteilen!
Die mTor Aktivierung hat völlig andere Auswirkungen je nachdem ob man es in Verbindung mit Sport sieht und einer High Carb Ernährung plus vielen Proteinen oder High Carb mit wenig Proteinen oder Low Carb mit vielen Proteinen.
Beginnen wieder mit dem Sport. In dem Fall stellt mTor kein unnötiges wachstumsignal da sondern es aktiviert die gezielte Reparatur und die Anpassung an die sportliche Belastung.
Die Differenzierung ist deswegen vorzunehmen weil es einen Zyklus erzeugt: niedriges mTor, Fasten wenig Protein, Autophagie. Kurze Aktivierung, Training plus Protein Aufbau und Erhalt.
Kritisch wird es gesehen wenn du viel Protein isst, keinen Trainingsreiz setzt, keine Gewebeschädigung vorliegt denn dann gilt mTor als häufig aktiv ohne sinnvolle Aufgabe.
Im Alter wird es wieder umgekehrt, da sollte man mehr Proteine zu sich nehmen weil die Sarkopeni als gefährlicher gilt als ein aktiviertes m-Tor hinzu kommen Ältere reagieren schlechte auf Proteine.
Was die Altersforschung betrifft habe ich den Eindruck sie wertet Proteine im Zusammenhang mit einer HighCarb Ernährung. Denn hier passiert das entscheidendes: hohes Insulin hohes leuzin viel Energie, maximale mTor-Aktivierung, alle Systeme sagen gleichzeitig - jetzt Wachstum! Bedeutet: maximale mTOr Aktivierung, maximale Proteinsynthese aber auch potentiell mehr Alterungssignale bei Dauerzustand.
Jetzt die Variante der longivities: High Carb und LowProtein: Blutzucker hoch, Insulin hoch, Aminosäuren niedrig mTor-Signal unvollständig. Nettoeffekt viel Insulin aber wenig Baumaterial begrenzte mToraktivierung. Bedeutet eher energiespeicherung weniger Wachstumssignal.
Nehme mir jetzt Low Carb und High Protein also die Variante die wir bevorzugen: Blutzucker stabil niedrig, Insulin moderat erhöht durch Protein, Leucin hoch, direkte mTorAktivierung vorhanden - aber gleichzeitig wenig Energieüberschuss oft mehr Fettverbrennung teilweise AMPK - Gegenspieler mTors. Heißt also mTor wird aktiviert aber nicht maximal, Leucin drückt aus Gaspedal aber wenig Insulin, wenig Energieüberschuss kein Vollgas - eher funktionelle Aktivierung z.b muskelerhalt moderater Reparatur.
Wenn ich mir diese Varianten vor Augen führe dann müsste die Empfehlung nicht heißen esst weniger Proteine sondern esst viel Proteine aber ernahrt euch Low Carb, und dieses am besten in Verbindung mit Sport.
Das sind die Gründe weswegen ich die Empfehlungen der Longivity Forschung nicht ganz nachvollziehen kann.
Die Kollegen von der Altersforschung sehen schon eindeutig tierische Fette und Proteine kritisch. Ich stelle mit einen Hamster vor, der vor dem Hamsterradwettbewerb noch seinen Shake und BCA`s bekommt, dann stundenlang das Hamsterrad dreht, während die anderen Hamster längst erschöpft sind. Dann allerdings fällt der arme Hamster plötzlich tot vom Rad. Ist ja nur mal eine Überlegung ob man den Konsum anpassen sollte an das Notwendige ?
Zum großen Teil, und da sind sich Sinclair, Antebi und die international führenden Wissenschaftlerinnen einig, haben wir es aber ohnehin selbst in der Hand, wie wir möglichst lang und gesund leben.
»Ernährung ist entscheidender als alles andere«, sagt der Gerontologe Valter Longo, Direktor des Longevity Institute an der University of Southern California in Los Angeles. Zwar wissen wir schon länger, dass Chips, Schweinebraten und Bier nicht so gesundheitsförderlich sind wie Brokkoli und Vollkornbrot. Und dass Übergewicht das Risiko für allerlei Krankheiten von Krebs bis Diabetes erhöht.
Zuletzt aber haben die Forscher immer präziser herausgefunden, wie sich Ernährungsgewohnheiten bis in die Tiefe auf zelluläre Prozesse auswirken.
Etwa über einen speziellen Stoffwechselprozess, dessen Entdeckung einer der »Meilensteine der Alternsforschung« sei, wie Max-Planck-Direktor Antebi betont. Der sogenannte mTOR-Signalweg dient als zentraler Nährstoffsensor im Menschen, mit dem der Körper misst, wie er mit Energie versorgt wird.
»Zellen müssen ihr Wachstum und ihren Stoffwechsel an die Verfügbarkeit von Nährstoffen anpassen«, erklärt Antebi. Gibt es ein Überangebot, wird auch die Zelle zur faulen Couch-Potato und lässt beispielsweise die Selbstreinigung schleifen. Bekommen die Zellen dagegen weniger Nährstoffe als erwartet, sorgt der Körper dafür, dass sie sich fitter halten. Dann wird beschädigtes Erbgut schneller repariert. Deswegen kann Intervallfasten positive Gesundheitseffekte haben.
»Wir können mit der Ernährung umfassend auf viele Kennzeichen des Alterns einwirken«, sagt Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde der Charité Berlin und Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel-Krankenhauses. »Es zeigt sich, dass frühzeitiges Sterberisiko und frühzeitige altersassoziierte Morbidität durch gesunde Ernährung neutralisiert werden können. Und dass potenziell wir alle 90 oder 100 oder sogar 110 werden können.«
Michalsens einfache Faustregel: »Das Gute vermehren und das Schlechte reduzieren.« Also mehr Ballaststoffe, Vollkorn und Gemüse essen, gleichzeitig weniger tierische Fette und Proteine und vor allem weniger Zucker.
Zur Aktivierung von mTor
- Ernährung: Aminosäuren (speziell L-Leucin, Glutamin, Arginin) aus proteinreicher Nahrung sind die stärksten Aktivatoren. Auch Kohlenhydrate (Glukose), die zu Insulinausschüttung führen, aktivieren mTOR.
- Hormone:
Insulin und insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1) signalisieren Nährstoffreichtum und Wachstumsbereitschaft.
Hej Chrster B.
"sein hohes Lip (a) runterzukriegen."
Mich würden deine Erfahrungen interessieren: Welche Lysin-Dosierung verwendest Du zur Senkung deines Lp(a)? Wie hat sich dein Wert entwickelt und in welchen Zeitraum?
Fortsetzung:
Diel geht es darum, sein hohes Lip (a) runterzukriegen.
Das versucht er aber nicht mit Eiweiß, sondern mit einzelnen Aminosäuren wie etwa Lysin, Prolin und Threonin.
"Bei Herrn Diehl waren andere Gründe maßgebend, die ihn erwogen ahben so viel einzuwerfen."
Die Kollegen von der Altersforschung sind nicht so begeistert von "zu viel " Eiweiß.
Ja, sie argumentieren dann immer mit der mTor-Aktivierung. Allerdingst wird mTor durch Insulin aktiviert und dieses wird durch Khs viel stärker und länger hochgehalten, als durch hochwertiges Eiweiß. So gesehen müssten sie vor allem vor hohem Kh Verzehr warnen! Stattdessen wird vor tierischem Eiweiß gewarnt, daß so hochwertig ist, dass es sogar einen Insulinreaktuon auslöst. Diesen Widerspruch habe ich bei den Altersforschern noch nicht verstanden. Geraten wird zu pflanzlichen Eiweiß, weil es kaum mTor aktiviert...Aufgrund der Minderwertigkeit.
Ausserdem differenzieren sie: im mittleren Alter eher weniger Eiweiß, im Alter ab 60 wieder mehr!
Stellt sich noch die Frage, was ist zu viel "Eiweiß"?
Hallo Carlos,
ja genau und zu viel Eiweiß ist auch nicht gut für den Körper: siehe auch https://www.semmelweis.de/images/downloads/SANUM-Post/63/eiweissstoffwechsel.pdf . Viele Grüße!
Roger
Die Kollegen von der Altersforschung sind nicht so begeistert von "zu viel " Eiweiß. Nach deren überwiegenden Ansicht sollte man nur so viel wie unbedingt nötig nehmen. Ist halt dieses bekannte Wachstumsthema - kurzfristig ok, aber langfristig problematisch. ich habe die Tage zufällig einen alten Bluttest gefunden. Der war aus 2013. Da hatte ich einen Gesamteiweiß von 8. Zu dem Zeitpunkt kannte ich so etwas wie Nems gar nicht. Der Eiweißwert war nur aus der Nahrung. Danach habe ich häufiger Shakes mit Eiweiß getrunken und auch die mit BCA`S ergänzt. Der Gesamteiweißwert ist um 1 gesunken. Persönlich werde ich zukünftig nicht mehr als nötig nehmen und immer mal fasten. Bei zu viel Eiweiß bin ich mittlerweile skeptisch. Was ist zu viel ist die Frage. Bei Herrn Diehl waren andere Gründe maßgebend, die ihn erwogen ahben so viel einzuwerfen.