22.09.2019
Hallo in die Runde,
die gemeinsame Konferenz von ESSKLA und EMG ist vorbei. Vor allem gestern waren 2-3 richtig gute Beiträge dabei. Aber es war auch eine Freude, Amber heute persönlich kennenzulernen (sie hat die Carnivore Con 2019 organisiert und ist, wie ich, Quereinsteiger). Allgemein habe ich sehr viele sehr interessante Gespräche führen können.
Das für mich spannenste war gestern mit Purna Mukherjee zustandegekommen. Sie hatte einen tollen und total engagierten Vortrag zum Thema Krebsentstehung und Krebstherapie (bislang an Mäusen) gehalten.
Und sie sagte: Krebs verstoffwechselt genau 2 Dinge: Glukose oder L-Glutamin. Punkt.
Ok ok...dachte ich als geschulter Strunzianer...da gibt es aber noch ein paar Studien. Ob die gute Frau das wirklich nicht weiß? Im Coffeebreak habe ich sie (zum Glück) nett gefragt, ob Sie denn die Studien kennt. Und sie meinte: klar: Die kommen von der Gegenpartei, die nicht auf den metabolischen Ansatz setzen oder weiter Chemo-/Strahlentherapie unterstützen. Aha...ging es mir durch den Kopf, ein weiteres Schlachtfeld...
Dann meinte sie: Der Fehler an diesen Studien ist: Entweder die sind in der Petrischale gemacht oder aber sie lassen die Mäuse sich an Fett überfressen. Was Mäuse, im Ggs. zum Menschen, auch machen. Sie meinte, die fressen und fressen und fressen. Und das zeigte sie auch in einer Vorstudie, dass nur Keto mit zu viel Fett nix bringt bei Mäusen!
"Its a waste of mice"
Aber was hat sie gemacht, und dieses Ergebnis ist umwerfend: Sie hat eine ketogene Diät mit KH-Restriktion im Zusammenhang mit einem niedrig dosierten Glutamin-Hemmer (namens DON) eingesetzt:
https://www.nature.com/articles/s42003-019-0455-x
Das ist "eigentlich" eine Riesenhoffnung für Krebskranke, denn der Erfolg ist umwerfend. Schaut einfach mal rein.
Das einzig Traurige: Die Pharma wird DON nicht auflegen...jetzt kommt das Bittere, da das ein alter abgelaufener Wirkstoff ist. Hat keiner Interesse dran. Nicht mehr neu patentierbar. Daher wird es auch erstmal keine Studien am Menschen geben...man forscht aber an einem neuen...
Wie sage ich so gern: Wahnsinn!
Viele Grüße aus Würzburg,
Robert
PS: Eine 2. interessante Sache war das Thema Autismus. Der MTHFR Defekt trift ungefähr 40% der Menschen. Autisten haben den aber fast alle (über 99%)! Das war auch sehr sehr interessant. Auch wenn es für mich nur ein Randthema ist. Der Vortrag war von einer am. Ärztin, die functional medicin praktiziert.
PPS: Heute hingegen konnte ich nur den Vortrag von Amber anhöhren, da ich anschließen sehr viele sehr interessante Gespräche an meinem Stand geführt habe. Das hat richtig Spass gemacht...danke dafür an alle, die da waren!
PPPS: Ach ja, ich habe auch einen Prof. gefragt, dessen Spezialgebiet GLUT1 Defekt ist (was man mit Ketose behandelt), ob seine Patienten, die ja sehr streng ketogen essen, Probleme mit der SD bekommen. Er meinte nein, hat er nicht einmal beobachtet in all den Jahren. Und er misst /beobachtet TSH und fT3 regelmässig.