27.09.2019
Lieber Robert,
"Wo siehst Du den Unterschied zwischen Nudeln, Reis, Kartoffeln, Mehl, Vollkornmehl."
Nudeln (Hartweizen), je 100g roh: KH 70g (i.W. Stärke), EW 13g (enthält probelmatische Glutene, Gliadin), Fett 1g, 5g Ballaststoffe
Reis je 100g roh: KH 70-80g (i.W. Stärke), EW 7-13g, Fett 1-3g, Ballaststoffe 1-2g
Kartoffeln je 100g roh: KH 16g (i.W. Stärke), EW 2g, Fett <1g, Ballaststoffe 2g, + viele Mineralien
Mehl je 100g: KH 70g, EW 10g (enthält probelmatische Glutene, Gliadin), Fett 1g, Ballaststoffe 3,5
Vollkornmehl je 100g: KH 60, EW 11 (enthält probelmatische Glutene, Gliadin), Fett 2g, Ballaststoffe 10g
Merkste was? Alle so genannten "Leeren Kohlenhydrate" (Nudeln, Brot, Brötchen, Mehl, Vollkornmehl) enthalten neben den KHs (i.W. unproblematische Stärke) potentiell problematische Eiweißfraktionen. Hinzu kommt, dass gerade bei unseren hochgezüchteten Getreidesorten der Glutenanteil nach oben gezüchtet wurde. Bring die oben genannten Lebensmittel doch mal in eine "Problematisch-Rangfolge", da steht alles mit Mehl ganz weit oben. ABer nicht notwendigerweise wegen des KH Anteils.
Reis enthält andere (i.d.R. weniger problematische), Kartoffeln insgesamt vergleichsweise wenig EW. Beide zählen für mich klar nicht zu den leeren KHs.
"Was macht den Reis besser als ein Roggenvollkornbrot?"
Die fehlenden/reduzierten potentiell problematischen EW-Fraktionen (s.o.)!
Stärke an sich ist erst mal nicht problematisch. Im Gegenteil. Die Stärke aus Reis und Kartoffeln wandelt sich beim abkühlen nach dem Garen in sog. Resistente Stärke um (= Ballaststof -> gut für Mikrobiom).
Hier sind einige Spezialisten, die wehement ihr LCHF als das einzig Wahre verteitigen. Ich weise doch nur daruaf hin, dass es auch mit HC klappt; nämlich dann, wenn man das mit LF kombiniert. Mrd. Asiaten und andere machen es vor. Aber die zählen ja scheinbar grundsätzlich nicht, im Vergleich zu einigen Dutzend annekdotischen Schilderungen. In der Mediterranen Küche sind sogar Nudeln kein Problem. Die dauernde Kombi Carbs + Fett (Nutella, Chips, etc.) macht krank. Und permanentes energetisches Überfressen. Und Vitamin- und Mineralstoffmangel. Nicht KHs (Stärke) per sé; von einem Großteil der nichtwestlichen Weltbevölkerung vorgemacht.
"Denn ich sehe die LowCarb-Ernährung als genetisch zu uns passend, da wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit uns über Jahrhundertausende so ernährt haben. Diese High-Carb Versorgung gab es schlichtweg die letzten 500.000 Jahre nicht...minus ca. 5-15 TSD Jahre, wo "Weizen" angebaut wird."
Wie lange muss den eine genetische Anpassung an eine bestimmte Ernährung bestehen, ehe man sie als "korrekt" erachten kann? Warumm 500.000 Jahre? Warum nicht 5 Mio. Jahre? Warum orientiern wir uns nicht am Stoffwechsel der Urzeitlichen Amöben? Bei Hunden (dometizierten Wölfen) hat es nur wenige 1000 Jahre gedauert, eine über den Wolf deutlich hinausgehende KH Verwertungsfähigkeit zu erlangen. Nicht weil der Mensch ihn so lange damit füttert, sonder weil er als Nahrungsopportunist die Rest nd Hinterlassenschaften der Menschen verputzt hat und sich nach und nach an die Nähe und Gesellschaft des Menschen gewöhnt hat. Und auch der Mensch hat sich im Laufe der Evolution und Verbreitung über die Erde immer wieder neue Nahrungsquellen erschlossen, erchließen müssen. Wenn wir uns heute wie vor 500000 Jahren ernähren müssten, würden wir vermutich vor die Hunde gehen, weil Gebiss, Kiefer, Verdauung und Mikrobiom damit gar nicht mehr klar kämen.
Und nur weil theorestisch alle LC (über)leben könnten (vielleicht), muss das noch lange nicht "die" Ernährung für alle sein. Ich fahre jedenfalls nur ungern im Notprogramm durch die Gegend.
Aber, natürlich, Jeder wie er mag. Aber bitte nicht dauernd behautpten anders ginge es nicht, oder wenn doch, dann nur mit Abstrichen/Einschränkungen, Krankheit, Leid und Tod.
Und auch nicht dauernd auf einen vermeintich Schuldigen (alle KHs) eindräschen und alle anderen Aspekte (Eiweiße, Glutene) ausblenden.
LG,
Thorsten