10.05.2018
Ich find's super, Robert, dass du das so strukturiert aufgreifst! Und auch meinen Glückwunsch für deine Erfolge.
Aufgrund der Diskussionen hier im Forum geht mir das Thema auch öfter mal im Kopf rum.
Viel beitragen kann ich nicht - meine wesentliche Änderung war der "Ausstieg" aus Zucker und leicht verdaulichen ("leeren") Kohlenhydraten, und das betreibe ich jetzt seit etwa 1.5 Jahren! Wie viele Kohlenhydrate ich tatsächlich verzehre weiß ich nicht - ich habe das Tracken von Mahlzeiten versucht, aber es nervt mich innerhalb kurzer Zeit. Größenordnung 1 Apfel/1 Banane und noch ein paar Gramm aus Gemüse und Eiweißriegeln, pro Tag.
Wenn ich - auch eine Empfehlung von Strunz - die 16h Kohlenhydratfasten durchführe, also den Vormittag nur zwei Eiweißshakes trinke, und erst am Nachmittag "normal" esse, dann fühle ich mich den ganzen Tag wie auf Speed.... und von der Beschreibung her, dass das Hirn mit Ketonkörpern deutlich besser funktioniert als mit Glukose, klingt es nach Ketose. ;-) Aber ich kann mich täuschen...ich weiß nur, dass ich mich einfach super fühle, den ganzen Tag durchgehend konzentrieren kann, und keinen Müdigkeitseinbruch habe. Und die anderen Beschwerden unter LC, von denen hier einige berichten, treten bei mir nicht auf.
Vor kurzem habe ich einen Leistungstest mit Laktatmessung gemacht, und mein Ruhelaktatwert lag bei 0.7mmol/l, mein letzter gemessener Nüchternblutzuckerwert bei 81mg/dl. Klingt doch ok, oder?
"1. Es dauert viel länger die "volle" Fähigkeit des Körpers wiederherzustellen, Ketonkörper zu benutzen. Viel länger als die postulierten 5-7 Tage. Ich glaube gefühlt, das dauert bei einigen Monate bis Jahre.
2. Glukoneogenese läuft unterschiedlich gut oder schlecht ab."
Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es so ist! Auch die Glukoneogenese könnte ja trainierbar sein. Sprich, um die negativen Effekte zu vermeiden könnten Leute, die gerne LC machen wollen, versuchen, das Ganze langsam anzugehen. Je nachdem wie sie sich in der Vergangenheit ernährt haben gelingt es vielleicht besser oder schlechter, sich umzugewöhnen.
Ein anderer Aspekt: Egal ob es um unsere heutigen Leistungssportler geht, Bodybuilder oder alle, die irgendetwas maximieren wollen - ich bin mir nicht sicher, wie "natürlich" das ist! Wir dürfen nicht vergessen, dass Naturvölker sicherlich schon im Kindesalter anfangen, täglich zu laufen, wenn das denn zu ihrem "Programm" gehört in der jeweiligen Umgebung/Kultur. Die fangen nicht plötzlich mit 20 an, wie die Irren durch die Gegend zu sprinten und den Rest des Tages auf einem Stuhl zu sitzen.....
Und die machen sicher kein Bodybuilding, sondern sie tun das, was nötig ist, und sie tun es den ganzen Tag, und so energiesparend wie möglich. Daher würde ich nicht ausschließen, dass andere Verhaltensweisen (punktueller "Extremsport" vs. tägliches Bewegungspensum in "natürlichem" Umfang) auch andere Effekte verursachen, und deswegen evtl. die Studien an Naturvölkern nur begrenzt anwendbar sind.