Wir haben in den News schon oft über die negativen Wirkungen von Haushaltszucker gesprochen, vor allem über die darin enthaltene Fruktose. Es ist sehr wichtig, diese Zusammenhänge zu verstehen, da man nur mit diesem Wissen eine tägliche Entscheidung für sich treffen kann, was man kauft oder was man besser im Regal stehen lässt.

Wenn wir an Zucker denken, dann denken wir sicherlich gern an Kuchen, süß und lecker.


Wir denken in diesem Zusammenhang wahrscheinlich nicht daran, dass wir den Stoffwechsel auf Fetteinlagerung programmieren (siehe News, „Zucker startet den Winterschlaf?“) und leider – oder andere werden sagen zum Glück – denken wir nicht daran, dass wir unsere Eiweiße und Gefäße im Körperinneren zerstören.


Wir dürfen uns bei Robert Lustig, seines Zeichens emeritierter Professor und Kinderarzt, bedanken für seine Forschung zum Thema Fruktose.

Er hat sehr eindrucksvolle Interventionsstudien mit Kindern durchgeführt, in denen er beweist, dass Fruktose die Leber von Kindern in Form einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFL) schwer erkranken lässt.


So schwer, dass in seinem Krankenhaus bereits Zehnjährigen eine Leber transplantiert werden musste.


Das hat ihn motiviert, folgende wissenschaftliche Studie durchzuführen:

Sie haben 20 übergewichtigen Kindern die gleiche Anzahl an Kalorien zu den Mahlzeiten gegeben, jedoch haben sie Fruktose aus dem Essen und den Getränken entfernt und durch Glukose ersetzt.

Sie haben den Kindern absichtlich „schlechtes“ Essen gegeben und sie haben die Kinder absichtlich die gleiche Menge an Kalorien essen lassen, damit es nicht heißt:


„Es lag daran, dass die Kinder weniger gegessen haben.“


Das Ergebnis nach nur 9 Tagen zeigt eine dramatische Verbesserung der Leber und eine deutliche Verbesserung der Insulinsensitivität in den Kindern.


Wie lässt sich das erklären?

Haushaltszucker wird im Körper zu Glukose und Fruktose zu gleichen Teilen abgebaut. Bei beiden entsteht schließlich Methylglyoxal im Stoffwechsel, allerdings wird die Fruktose in der Leber bevorzugt abgebaut, da die Enzyme zur Fruktose eine höhere Affinität haben.

Dann entsteht gleich eine geballte Menge Methylglyoxal. Dieses führt zu oxidativem Stress und bildet außerdem Reaktionsprodukte mit Proteinen (Maillard-Reaktion) durch Quervernetzung, zum Beispiel in Blutgefäßen.


Diese Reaktionsprodukte (Advanced Glycation Endproducts, AGE) führen zu chronischen Entzündungsprozessen → Diabetes, Gefäßerkrankungen = beschleunigter Alterungsprozess.


Etwas einfacher ausgedrückt kann man auch sagen: Zucker gart uns von innen, nur sehen wir es nicht von außen, sonst würden wir tunlichst die Finger von Zucker lassen.

Ich nehme diese tollen wissenschaftlichen Arbeiten sehr ernst und mache einen großen Bogen um Zucker.

Merke: Zucker zerstört Deine Gefäße ohne dass Du es mitbekommst!

Quelle: Isocaloric Fructose Restriction Reduces Serum d-Lactate Concentration in Children With Obesity and Metabolic Syndrome, R. Lustig et al. 2019,DOI: 10.1210/jc.2018-02772


Über den Autor:


“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”