Hallo Sven,
die Punkte 1) 2) und 4) von Stefan W. weiter unten kann ich bestätigen (die anderen beiden hab ich nicht ausprobiert). Ich hatte ebenfalls vor Jahren Mononukleose. Hatte mich damals wohl im Bekanntenkreis mit dem EBV angesteckt, bin aber ohne Ausbruch der Krankheit geblieben, sodass ich diese elende Müdigkeit einfach aufs zunehmende Alter geschoben hatte. Was laut Doc. natürlich ein Blödsinn ist, da ich mit meinen rund 50 Jahren ja noch "blutjung" bin und damals sogar noch jünger war. Du hast uns übrigens gar nicht verraten, wie jung DU bist. Nicht dass das so relevant wäre, aber es fällt einem dann doch leichter, sich ein Bild zu machen, wenn man das Alter ungefähr kennt. Und wie Du Dich ansonsten so ernährst, hast Du uns auch vorenthalten. Das Bild von Dir, das sich einem hier so darstellt, zeigt einen Typen, der ausschließlich am NEMs-/Eiweißpulver-Tropf hängt. Was ja sicher nicht zutreffend ist. Hoffe ich zumindest ;-).
Dieses EBV hat schon Karrieren von bestens betreuten Spitzensportlern beendet. Für "Otto Normalverbraucher" ist es daher mindestens genauso schwer, sich davon zu heilen und die einstige Power und Dynamik wiederzuerlangen - insbesondere dann, wenn man, so wie Du, scheinbar einen eher leistungssportlichen Anspruch an sich selbst hat und einem aus verständlichen Gründen die Geduld fehlt.
Aus eigener Erfahrung (zweimal "Bluttuning" beim Doc. mit einem Jahr Abstand dazwischen) weiß ich, dass dieser EBV-Sch... nur gaaaanz langsam besser wird. Aber er wird besser. Das kann ich Dir sagen. Nur ist es meiner Meinung nach nicht sinnvoll, so detektivisch seine Werte im Auge zu behalten. Soll heißen: es muss nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Verschlechterung sein, wenn manche Werte temporär "schlechter" werden. Das kann ja auch ein Zeichen dafür sein, dass genau diese Stoffe (Aminosäuren, Zink,...) nun gerade besonders intensiv vom Körper verwendet werden (für anabole Prozesse, für die Stärkung des Immunsystems etc.). Und daher der "Vorrat" im Blut mal ein wenig zurück geht. Ich denke, man hat nichts davon, wenn man "Eiweiß 8" hat (außer einem breiten Grinsen vielleicht), aber der Körper es aufgrund anderer Defizite nicht schafft, die im Blut dahinschwimmenden Aminosäuren für das "Richtige" zu verwenden. Da hab ich lieber 6,7, wenn ich weiß, dass ich deswegen so wenig habe, weil bei mir glücklicherweise alles, was an Eiweiß reinkommt, sofort super an den jeweiligen Baustellen verwendet wird. Mich würde auch deswegen Deine sonstige Ernährung interessieren, weil es sein könnte, dass Dein Eiweißwert dauerhaft niedrig bleibt, weil Du die hochwertigen Aminosäuren für "minderwertige" Verwendungszwecke verbrauchst (z.B. für die Glukoseherstellung via Glukoneogenese, weil Du zu wenig an die Fettverbrennung gewöhnt bist und Dein Sportprogramm zu viel "Zucker" einfordert; Du also das Eiweiß mehr katabol als anabol verwendest - wenn man EBV-geschwächt ist, könnte das durchaus relevant sein).
Und was das Auffüllen der Tanks ganz generell betrifft: der Doc. hat den Körper mal mit so einem riesigen Öltank verglichen (wie ihn manche in ihrem Garten oder Keller stehen haben). Der hat so ein eher plumpes Messgerät dran. Einen ziemlich groben Zeiger. Und man muss schon sehr lange oben etwas reinschütten, bis sich dieser Zeiger auch nur ein bisschen von der Stelle bewegt. Mit den Aminosäuren im Körper ist es genauso; insbesondere dann, wenn besonders viel Eiweiß für Reperatur- und Heilungsprozesse verbraucht wird, wie im Falle einer Mononukleose und dergleichen. Wenn Du den "Tank" füllst, aber gleichzeitig die "Heizung" aufdrehst (sprich: Aminos verbrauchst - wofür auch immer), dann kann es noch länger dauern, bis sich der Zeiger in Richtung "voll" bewegt. Sechs Wochen (ja sogar sechs Monate) scheinen mir ein noch zu kurzer Zeitraum zu sein, um hier eine merkbare Verbesserung zu erzielen.
Der Doc. wird Dir aber sicher weiterhelfen können, auch wenn Du keine Spontanheilung erwarten kannst (EBV ist einfach eine sehr zähe Angelegenheit).
Liebe Grüße,
Günther
P.S.: wenngleich ich mir auch gerne ins Blut schauen lasse und mich meine Werte sehr interessieren, behalte ich mir dennoch eine gewisse Skepsis. Denn ein guter Wert eines Stoffes im Blut sagt ja noch nicht unbedingt etwas darüber aus, ob dieser auch dort verwendet werden kann, wo er benötigt wird. Auch wenn es natürlich zumindest tendenziell ein guter Anhaltspunkt ist. Aber man kann sich nichts drum kaufen, wenn eines Tages - viel zu früh - auf dem Grabstein steht: "Aber seine Blutwerte waren bis zuletzt tipptopp" ;-)