Hallo Patricia,
dass es krankhafte Ursachen für einen zu hohen Vitamin B12 Spiegel gibt, habe ich ja nicht bestritten, s. den letzten Satz meines letzten Beitrags.
Deine zitierte Seite vom Fernarzt habe ich sehr genau gelesen. Und die zitierten Daten und Grenzwerte kenne ich auch. Man sollte sich vielleicht aber auch fragen, ob eine Normalverteilung, resultierend aus einer üblicherweise unterversorgten Bevölkerung die richtige Grundlage bildet.
Und warum kommen Doktor Strunz und eine Reihe anderer Ärzte, bei denen ich war, darauf, dass bestimmte Krankheiten erst ab deutlich höheren Werten verschwinden? Menschen und ihr Stoffwechsel sind vermutlich doch individueller als man denkt.
Nur zur Illustration, vielleicht meine Geschichte: vor 20 Jahren landete ich mit massiven neurologischen Problemen im Krankenhaus (bis hin zur Ataxie). Man hat damals außer einem damals als "grenzwertig" bezeichneten Vitamin B12 Pegel von 400pg/ml nichts gefunden. Lt. Fernarzt wären die 400pg/ml schon im Normalbereich. Und ich habe mich nie fleischlos ernährt. Vermutung war trotzdem B12. Aber Intrinsicfactor, Magenspiegelung etc. wurde alles untersucht. Alles ok. Also wurde ich mit der Prognose, es würde so bleiben und vermutlich noch schlimmer werden, entlassen. Toll!
Es hat einen Arzt gegeben, der hat mir trotzdem TÄGLICH 1000ug B12 gespritzt. Das interessante war, dass mein Blutwert trotzdem monatelang bei den 400, z.T. auch weniger blieb. Saloppe Aussage des Arztes "jemand frisst Ihr B12". Erst viel, viel später stieg der Wert. Noch längst nicht auf 2000, wie ich später bei Strunz gelesen habe.
Es sind viele Jahre ins Land gegangen. Ich hab angefangen, mich mit Ernährungstheorien, Biochemie und NEMs zu beschäftigen, habe die Bücher von Strunz, Kuklinski... gelesen. Und natürlich gemerkt, dass es nicht nur B12, sondern viele andere Einflussgrößen gibt.
Wer hat denn festgestellt, dass 4ug täglich den Bedarf an B12 deckt? Bei mir stimmt jetzt mit 500-1000ug täglich mein Holo-TC-Wert. Die anderen Werte, die bei Ferndoktor als Beweis für B12Mangel angegeben sind, sind bei mir heute noch außerhalb der Norm: MCV zu hoch, MCH zu hoch, Hb zu niedrig. Also immer noch zuwenig B12?
Und noch bei einem anderen B-Vitamin brauche ich Größenordnungen mehr als landläufig angegeben. Für Vitamin B6 reichen angeblich ja 1,... ug, ich weiß den Wert nicht genau. Aber erst mit 75ug B6 verschwindet bei mir das Cystathion im Urin, das als Marker für den B6 Mangel gilt. Erst mit dem vielen B12 und B6 ist Homocystein im normalen Bereich.
Also erzähl mir nichts von Normalverteilungen. Die mögen woanders ihre Berechtigung haben (als Physikerin hab ich genug damit gerechnet). Bei biologischen Systemen hab ich mittlerweile meine Zweifel.
Und vielleicht das positive zum Schluss: trotz aller pessimistischer Vorhersage für die Entwicklung meiner Krankheit, für die es immer noch keine eindeutige Diagnose gibt, kann ich an guten Tagen locker meine Joggingrunden machen.
Ich denke, der Stoffwechsel des Menschen ist einfach kein Standardprodukt und deshalb sollte jeder sehen, womit es ihm am besten geht.
Viele Grüße
Elli