Selbst Gott der Kaiser müssen sich der Biochemie geschlagen geben.
"Nur die Verstoffwechselung von KH geht eben am leichtesten (bracuht am wenigsten Sauerstoff), und in der Natur fließt das Wasser eben auch nicht bergauf."
Damit hast du einen evolutionär nicht ganz unwichtigen Vorteil bei der körperlichen Energiebereitstellung "entdeckt". Wer mit weniger Sauerstoff mehr Energie bereitstellen kann, hat aufgrund einer höheren möglichen Leistung einen evolutionären Vorteil. Das Ganze gepaart mit einem ebenfalls gut ausgeprägten Ausdauervermögen et violá: der Mensch, Krone der Schöpfung (bzw. Evolution).
"Ein Muskel der nicht benutzt (trainiert) wird verkümmert. Und das gleiche passiert eben auch bei entsprechender Ernährung mit den Enzymen."
Wieder auffallend richtig. Aber warum ziehst du die falschen Schlüsse daraus und willst einen Stoffwechselpfad stillegen?
"Nur dass man eben mit No/Low-Carb/paleo keinen Unterzucker mehr hat, weil der Fettstoffwechsel und die Glukoneogenese sehr gut trianiert sind."
Dem metabolisch Flexiblen geht es nicht anders. Nur dass er nicht dauernd die Glukoneogenese bemühen und mit wertvollem Eiweiß bedienen muss, sondern einen gut funktionierenden Glukosestoffwechsel hat. Ganz ohne ausufernde Blutzucker- und Insulinspitzen und auch ohne Unterzucker; Aber mit Insulin, das im Körper auch wirkt.
Wozu soll man auch >>100g Eiweiß zusätzlich(!!) zu sich nehmen, nur um die Glukoseversorgung durch Glukoneogenese am Laufen zu halten?
Ich kaufe mir ja auch nicht extra viele Massivholzmöbel, um sie im Kamin zu verheizen.
"In diesem Zusammenhang sei noch mal an Otto Heinrich Warburg errinnert und die Krebszellen die nur vom Zucker leben."
Schlichtweg falsch, diese "nur". Oder ist das ein strunzsches "nur" (analog zu "alle" oder "jede" oder "keine") und bedeutet je nach Kontext so viel wie "einge" bis "viele"? Es gibt da z.B. auch den Reverse-Warburg Effekt. Außerdem gibt es Krebszellen, die auch Fettsäuren, Laktat und sogar Ketonkörper zur Energiegewinnung nutzen können. Kann man aber sicher einfach ausblenden und ignorieren, wenn es nicht ins eigene Weltbild passt.
"Aber auch das ist eigentlich Wurscht, solange man eben weiss was man tun muss um seine persönlichen Ziele zu erreichen."
Das ist in der Tat die Krux.
"Ich weiss zumindest für mich, dass ich mit dauerhaft 100-200g Carbs/Tag keine 12 Stunden am Stück bergsteigen kann.
Mit NoCarb das aber ganz locker hinkrieg."
Wenn dein Ziel eine entsprechende Ausdauerfähigkeit ist, kann das für dich in der Tat der richtige Ansatz sein; wenn denn 12h Bergsteigen antehen. An anderen Tagen kann ein anderes Vorgehen durchaus vorteilhaft sein, um langfristig die möglichen Folgen einer dauernhaften Glukosedefizienz zu vermeiden.
Wer andere Ziele hat, die mehr in Richtung maximaler Kraft/Leistung gehen, sollte sich auch entsprechend anders ernähren. Idealerweise zyklisch, um alle wichtigen Stoffwechselpfade zumindest in Bereitschaft zu haben und sie nicht gänzlich ins Koma zu versetzen.
LG,
Thorsten