Lieber Uli,
"dann beantworte doch mal zwei einfache Fragen:"
Nö, mache ich nicht. Corona ist kein isoliertes deutsches Problem / Phänomen. Warum sollte man also einer so lokal isolierten Fragestellung nachgehen?
Es ist doch hinlänglich bekannt, dass Deutschland vergleichsweise gut mit den Coronafolgen zurecht kommt (derzeit). Viele andere, ähnlich entwickelte Länder zeigen aber, dass es auch anders laufen kann. Aus dem deutschen Verlauf daher auf eine allgemeine Unbedenklichkeit von Corona zu schließe kann daher nicht sinnvoll sein.
Zum Thema Grippe sei noch angemerkt, dass die Fallzahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen und nur zu einem geringen Prozentsatz labodiagnostisch abgesichtert sind.
Hinzu kommt, wenn du meine letzten Beiträge aufmerksam gelesen hättest, dass es eben nicht nur um Tod als Infektionsendpunkt geht, sondern dass noch ein bunter Straus Langzeiteffekte und -auswirkungen im Verborgenen schlummert. Kann man natürlich alles als Fake-News oder unbedeutend wegwischen. Aber wie bei einem Dreijährigen vor dem bösen Kampfhund, das Verschließen der Augen reduziert die Wahrnehmung der Gefahr, aber nicht die Gefahr an sich.
Ich habe jetzt nicht vor, Corona überzudramatisieren, aber offenbar muss man ja einen Gegenpol zu den Bagatellisieren und Verharmlosern setzen, damit man in Summe überhaupt zu einer halbwegs brauchbaren (Risiko)Einschätzung kommen kann.
LGThorsten