Forum:Gesundheit - Neuling im LDL-Wahn, bitte um Einschätzung

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Thomas V. 6822 Kommentare Angemeldet am: 22.05.2018

...ach ja, und bei der Hypertrigliceridämie geht es erst beim150 los! 

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Thomas V. 6822 Kommentare Angemeldet am: 22.05.2018

Das stimmt so nicht. LDL-C ist zwar ein zentrales Therapieziel, aber Triglyceride werden in den aktuellen Leitlinien ausdrücklich berücksichtigt – die 2026er ACC/AHA-Leitlinie enthält sogar einen eigenen Abschnitt zur Hypertriglyceridämie. Auch non-HDL-C, ApoB und Lp(a) werden berücksichtigt. HDL-C fließt ebenfalls in die Risikobeurteilung ein, ist aber kein eigenständiges Therapieziel mit einem konkreten Zielwert.

Sorry Ole, das alles interessiert keinen schulmedizinisch arbeitenden Kardiologen! Non-HDL C, hsCRP, ApoB, alles böhmische Dörfer. Erzähle so einem Kardiologen mal etwas von den LDL Untergruppen ...bestenfalls misst so einer das CRP, aber auf keinen Fall das hsCRP! Da muss du schon bei einem ganzeheitlich arbeitenden Kardilogen in Behandlung sein - und ich weiß wovon ich rede, ich brauchte viel Zeit, bis ich so einen Kardiologen überhaupt gefunden habe! 

Warum interessiert es ihn nicht? Weil er nicht weiß, was für eine Pille er verschreiben soll, wenn diese Werte nicht stimmen. Bei LDL zückt er seinen Rezeptblock,  bei ApoB?, hsCRP?, kleine dichte Partikel des LDL ( obwohl da würde ein Statin was bringen)? Nicht einmal die Höhe des oxidierten LDL interessiert ihn, ... Originalen des Kardiologen: Warum sollte das messen, ist der Wert zu hoch, womit sollte ich den senken (...) Funfact: Statine senken kein oxLDL.

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Ole

2138 Kommentare Angemeldet am: 06.06.2023

Hej,

Statine mal aus einer anderen Perspektive betrachtet:

Wie viele Menschen nehmen Statine tatsächlich dauerhaft ein?

Eine Übersichtsarbeit von Hope et al. zeigte, dass je nach untersuchter Studie etwa 40–80 % der Patienten die Medikamente nicht regelmäßig oder nicht so lange wie vorgesehen einnahmen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie die Statine endgültig absetzten.

Ein Kommentar von Diamond et al. (2019) verweist außerdem auf eine Untersuchung mit mehr als 140.000 älteren Patienten. Dort hatten etwa 75 % die Statintherapie irgendwann abgesetzt.

Als ein wichtiger Grund wurden Nebenwirkungen bzw. Beschwerden genannt, die die Patienten auf das Statin zurückführten.

Das ist eine interessante Ergänzung zur üblichen Diskussion: Es geht nicht nur darum, wie gut Statine unter Studienbedingungen wirken, sondern auch darum, wie viele Menschen sie im normalen Alltag tatsächlich dauerhaft einnehmen.

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Albrecht 3288 Kommentare Angemeldet am: 15.06.2018

Hallo Elli, 

ich halte es für wenig zielführend, an den verschiedensten gemessenen Parametern herumzurätseln.

Ole, der Mann aus der klinischen Praxis, hat völlig recht mit seiner Feststellung
" Ob und welche Art von Plaque tatsächlich vorliegt, lässt sich nur mit geeigneten bildgebenden Verfahren beurteilen." 

Dann weisst Du auch, ob und welche Auswirkungen Deine einschlägigen Blutwerte auf Deine arterielle Gesundheit bisher hatten und ob es sinnvoll und notwendig ist, irgendwelche Maßnahmen zu treffen. Denn der Schluss von hohen Cholesterinwerten auf die Notwendigkeit von Statinen ist ein Kurzschluss, wenn auch wohl weit verbreitet.

LG, Albrecht  ( 04.10.2026  )

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SK

364 Kommentare Angemeldet am: 11.11.2024

Hallo Elli,

eine Anregung:
möglicherweise ist der HbA1c-Wert auch einfach falsch positiv.

Also eigentlich ist er ok, er wird aber fälschlich als zu hoch gemessen.

Gründe können sein:
Eisenmangel und Eisenmangelanämie, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel (verlängerte Lebnsdauer der roten Blutkörperchen)
Zustand nach Milzentfernung (Splenektomie) - auch hier zirkulieren Blutkörperchen länger im Blut

Hämoglobinvarianten: genetische Abweichungen des Hämoglobins. War der HbA1c-Wert schon immer erhöht?

Hochdosierte Einnahme von Acetylsalicylsäure (Aspirin): Chronisch hohe Dosen können zu einer Acetylierung des Hämoglobins führen, was bei bestimmten Testverfahren den HbA1c-Wert künstlich anhebt.

Schwankungen durch Vitamin C: Die Einnahme von sehr hohen Dosen Vitamin C kann labormethodenabhängig zu falsch hohen (aber auch zu falsch niedrigen) Werten führen

Vielleicht hilft das?

Viele Grüße
SK

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Ole

2138 Kommentare Angemeldet am: 06.06.2023

Hej Elli,

noch eine Anmerkung zu deinen sehr unterschiedlichen Ärzteerfahrungen: Deine Aussage, dass eine Ärztin wegen der überwiegend großen LDL-Partikel Entwarnung gegeben hat, ist ein gutes Beispiel für das, was ich am 2.10. geschrieben hatte: „Wer das Risiko beurteilen will, sollte den Menschen ganzheitlich und sein gesamtes Risikoprofil betrachten – und nicht aus einigen erhöhten Werten gleich ein Gesamtbild konstruieren.“

Gerade darum geht es: weder einen einzelnen Wert isoliert zu betrachten noch aus einem einzelnen günstigen Parameter vorschnell Entwarnung abzuleiten. Entscheidend ist die Gesamtschau des individuellen Risikoprofils.

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Ole

2138 Kommentare Angemeldet am: 06.06.2023

Hej Elli,

Ich kann den Gedanken gut nachvollziehen und stimme dem grundsätzlich zu. Thomas V.s Behauptung „Zu den Leitlinien, in denen finden HDL und Triglyceride keine Beachtung, dort interessiert nur das LDL“ zeigt, dass offenbar selbst bei Ärzten – ohne damit behaupten zu wollen, dass Thomas V. Arzt ist – nicht immer der aktuelle und umfassende Stand der Leitlinien bekannt ist.

Das Problem liegt meiner Meinung nach daher weniger in den Leitlinien selbst als in deren Umsetzung und im aktuellen Wissensstand des einzelnen Arztes. Dazu passt auch ein älterer Welt-Artikel, der unter Berufung auf den Epidemiologen Gerd Antes auf die unzureichende Vermittlung des internationalen medizinischen Wissens hinweist.

Eine ähnliche Kritik hat auch Dr. Strunz mehrfach aufgegriffen und dabei auf Antes’ Aussage verwiesen, dass ein großer Teil der deutschen Ärzte vom „globalen Wissenspool“ abgeschnitten sei.

Deshalb halte ich Eigenverantwortung für wichtig: sich selbst informieren, Fragen stellen und ärztliche Empfehlungen kritisch hinterfragen. Gerade bei ungewöhnlichen Befundkonstellationen kann es sinnvoll sein, sich eine zweite qualifizierte Meinung einzuholen.

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Roger 1601 Kommentare Angemeldet am: 18.04.2020

Hallo Elli,

Dr. Petrow (Rostock) behandelt regelmäßig Patienten mit erhöhten Cholesterin Werten und in vielen Fällen sind die Gallenkanäle der Leber durch "Schlacken" blockiert: nach einer prof. Leberreinigung sinken i.d.R. die Cholesterin Werte. Außerdem ist die Leber ein zentrales Organ für den Stoffwechsel und die Leberfunktion verbessert sich durch die Behandlung deutlich: z.B. sauberes Blut, weniger Insulinresistenz, mehr Energie etc. Natürlich werden chronische Beschwerden/Erkrankungen immer durch viele Faktoren verursacht (z.B. Schadstoffe, Erreger/Parasiten etc.) und sollten von einem erfahrenen Privatarzt/HP (individuell je nach Laborwert bzw. Wohlbefinden) behandelt werden. Viele Grüße und einen schönen Sonntag!

Roger

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Elli W.

310 Kommentare Angemeldet am: 30.07.2021

Hallo Ole,

unabhängig von Deiner Auseinandersetzung mit Thomas mal folgende Frage: Es klingt gut, was Du schreibst, es klingt so, als würden lt. Leitlinie alle diese genannten Parameter berücksichtigt. Wann und wo eigentlich? Bei meinem Hausarzt oder Kardiologen oder erst im Krankenhaus, wenn ich kurz vorm Herzinfarkt stehe? Ich frage aus einem bestimmten Grund. Für mich trifft ebenfalls fast alles zu, was Stefan beschreibt: sehr hohes Gesamtcholesterin, LDL fast 200, aber HDL >90, Triglyceride meist kleiner 50. Lp(a) so an der Grenze.

Interessiert meinen Hausarzt überhaupt nicht. Er schaut nur auf Gesamtcholesterin und erzählt mir gleichzeitig, er sei von der Ausbildung her eigentlich Kardiologe. Eine andere Ärztin hatte meine LDL-Subklassen bestimmt und Entwarnung gegeben, weil fast nur ganz große Partikel. Sie hatte es extra gemacht, weil eben das Gesamtbild nicht zusammen passt. Gibt es ja gerade heute eine News dazu.

Der Hausarzt (Kardiologe?!) wirft einen Blick darauf und erklärt, ja, aber das wichtige ist das Gesamtcholesterin und das erfordert Statine. Der hat offenbar andere Leitlinien.

In dem Zusammenhang: auch ich habe immer etwas grenzwertiges HbA1c (so 5,3) und ernähre mich zwar nicht ketogen, aber deutlich LowCarb, ebenso wie Stefan. Und da bekomme ich zu hören: Sie dürfen nicht so viele Kohlenhydrate essen. Auch da passt irgendwas überhaupt nicht zusammen. Und da denke ich jetzt auch wieder, hat das hohe Cholesterin etwas mit LowCarb zu tun? Bin übrigens 1,80m groß und wiege 63kg. BMI 19, also nach Meinung einiger Ärzte schon an der Grenze zur Unterernährung. Aber ich bin jetzt seit 40 Jahren so.

Es gibt also gewisse Parallelen zu Stefans Befunden. Und auch ich frage mich, wie bewertet man die?

Viele Grüße, schönen Sonntag

Elli

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Ole

2138 Kommentare Angemeldet am: 06.06.2023

"Zu den Leitlinien, in denen finden HDL und Trigliceride keine Beachtung, dort interessiert nur das LDL." 

Nicht ganz, Thomas V.

Das stimmt so nicht. LDL-C ist zwar ein zentrales Therapieziel, aber Triglyceride werden in den aktuellen Leitlinien ausdrücklich berücksichtigt – die 2026er ACC/AHA-Leitlinie enthält sogar einen eigenen Abschnitt zur Hypertriglyceridämie. Auch non-HDL-C, ApoB und Lp(a) werden berücksichtigt. HDL-C fließt ebenfalls in die Risikobeurteilung ein, ist aber kein eigenständiges Therapieziel mit einem konkreten Zielwert.

Deine Aussage „In den Leitlinien interessiert nur LDL“ ist daher  nicht richtig.

Randbemerkung: Es geht in den aktuellen Leitlinien ohnehin nicht nur um Cholesterinwerte. Bei der Risikobewertung werden auch Faktoren wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht und chronische Entzündungen sowie Biomarker wie hsCRP, Lp(a) und ApoB berücksichtigt. Entscheidend ist das kardiovaskuläre Gesamtrisiko – nicht allein der LDL-C-Wert.

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