Hallo zusammen, ich wollte kurz etwas anmerken zu 1. der Korrelation zwischen Aminosäuren und dem Insulinausstoß: "Früher war man einmal der Ansicht, dass der Insulinausstoß fast vollständig von der Glucosekonzentration im Blut abhängt. Mittlerweile ist jedoch klar geworden, dass auch Aminosäuren eine wichtige Rolle bei der Insulinausschüttung spielen. Im Jahr 2001 wurde dazu eine sehr interessante Studie von Manders et al. durchgeführt, deren Ergebnisse man bei bmj.com nachlesen kann. Dazu wurden drei Versuchsreihen durchgeführt, bei denen der Insulinausstoß gemessen wurde. Bei der ersten Versuchsreihe erhielten die Teilnehmer einen Shake aus hochglykämischen Kohlenhydraten mit 0,7 g pro kg Körpergewicht. Also 49 g, wenn man 70 kg wiegt. In der zweiten Versuchsreihe waren es dann Kohlenhydrate (wieder 0,7 g pro kg) und Casein Hydrolisat. Letzteres in einer Menge von 0,3 g pro kg. Also 21 g bei einem Mann mit 70 kg Bei der dritten Versuchsreihe wurden Kohlenhydrate und Casein wie zuvor angewandt, wobei der Shake aber nun noch um Leucin in einer Menge von 0,1 g pro kg ergänzt wurde. Also 7 g, wenn man 70 kg wiegt. Und das führte zu aufschlussreichen Ergebnissen. Bei der Reihe mit Kohlenhydraten plus Casein war der Insulinausstoß um 66 % höher als mit Kohlenhydraten alleine. Und die Reihe mit Kohlenhydraten plus Casein plus Leucin erzeugte eine besonders hohe Insulinausschüttung. Die lag um 221 % höher als bei dem Versuch mit Kohlenhydraten alleine Wie es scheint, kann Leucin also bei richtiger Anwendung den Insulinausstoß deutlich erhöhen und dadurch sehr anabol wirken." Und 2: eine rein hypothetische Frage: Wenn die artgerechteste Idealform der Ernährung, die sich evolutionsbiologisch über Jahrtausende herausgeformt hat, eine absolute ketogene Diät ähnlich der Atkins-Diät oder der Massai-bzw. Inuiternährung wäre, wieso hätte sich der menschliche Körper die Fähigkeit, Insulin zu produzieren, erhalten sollen? Über die Dosis der Kohlenhydrate kann man sehr wohl streiten, aber im Duell Ketogen vs. Low Carb gibts eigentlich nichts zu streiten; alleine schon auf Grund der Tatsache, dass Gemüse Basenbilder sind, die das säurebildende Protein kompensieren. Aber eben auch eine gewisse Menge KH´s liefern. Gruß
Forum:Gesundheit - "... dass ketogene Kost jedes Cholesterin senkt ..."
Britta :-)
1554 Kommentare Angemeldet am: 07.02.2019Ich hoffe ihr habt alle den Beitrag von Kalli im anderen Themenstrang gelesen. Seine Version von Low Carb ist erfolgreich. Man muss es halt richtig machen.
Britta :-)
1554 Kommentare Angemeldet am: 07.02.2019Der häufigste Fehler, den Männer machen, ist der, dass sie zu wenig Gemüse essen. Low Carb so zu verstehen, dass man eine Wurst isst, und sonst nichts, kann zu keinem guten Ergebnis führen. LG, Michaela
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14 Kommentare Angemeldet am: 19.11.2008Genau! Low-Carb kann u. U. Gutes bewirken. Ein "Wundermittel" ist es nicht. Und die generelle Aussage: "Je weniger Carbs man isst, desto besser", ist sicher falsch. Insulin-Resistenz kann sogar steigen, und bei mir sind durch Low-carb die Cholesterin-Werte nach oben geschossen (vor allem LDL). Jetzt, nachdem ich wieder "mäßig" Carbs esse, hat sich auch das Cholesterin wieder ganz gut eingependelt, LDL wieder gesunken, HDL wieder gestiegen. In Amerika geht die "Low Carb Euphorie" schon wieder zurück. Das wird auch bei uns passieren.
Hi Markus, Dein Beitrag, ist so professionell geschrieben, ich erahne manchmal nur was Du meinst ;-) Ich gebe zu bedenken, dass viele Schlussfolgerungen und Errechnetes auch viel Irrtümer erzeugen könnten. Ob zum Beispiel der Low-Carb Wert tatsächlich für Prediabetes bei konsequenter LC-Ernährung spräche, ist ja eine ungeklärte Frage, denn diese Werte werden normaler Weise bei üblicher Kost erhoben. Aber wir sind einer Meinung, dass die aktuelle Verbesserung des Hb1Ac bis auf Weiteres erstmal wünschenswert ist und das die Ernährungsform daher nicht falsch zu sein scheint. Werner K erging es jA anscheinend genau so. Ich war lange Zeit auch elektrisiert durch den Gedanken, mit LC alle Erkrankungen aus der Welt zu schaffen; besonders Krebs. Aber wie Werner schon schrieb "zu viel Euphorie". Ich habe vor einiger Zeit Bilanz gezogen. Mit striktem LC ging es mir schlechter, aber meine Werte waren nicht besser. Also lass ich's. Meiner Ernährung entspricht in weiten Teilen wohl dem früheren Strunz-Konzept: viel Protein, nicht zu viel Fett, maßvoll KH + Vitamine, Bewegung. Funktioniert auch ganz gut, bei mir... aber vielleicht ist der Stoffwechsel doch individueller als man denkt. LG Karel
Britta :-)
1554 Kommentare Angemeldet am: 07.02.2019Komisch, bei mir liegt der Hba1c bei 4,9. Wenn ich Blutzucker messe, ist der Wert, egal ob vor oder nach dem Essen, selten über 90. Was mache ich anders als die anderen? Ich esse auch sehr viel Eiweiß. Von dem ja viele behaupten, dass es zu hohem Blutzucker führt. Also bei mir nicht. Na ja, eigentlich war das Thema ja Cholesterin. Wenn der Wert nur leicht über 200 liegt, würde ich mir keine Sorgen machen. Oxidiertes LDL kann man halbieren mit Q10 (200mg/Tag). LG, Michaela
Hi Markus, danke für diesen informativen Beitrag. Er bringt etwas Licht in das Dunkel mit dem (falschen) Grundatz: "Je weniger Carbs, desto besser". Dieser Satz ist nämlich falsch und du hast gut erklärt, warum das so ist. Die exorbitant hohen Cholesterin Werte, die sich bei manchen unter "low carb" ergeben, sind ja auch ein Problem. Da sollte man dann mal die Partikel-Größe der LDL messen lassen. Es kann nämlich sein, dass ein LDL von 100 "schlecht" ist (weil Partikelgröße klein) und ein LDL von 200 "gut", (weil Partikelgröße groß oder "fluffy"). Der reine LDL Wert ist also ziemlich belanglos. Man sieht also immer wieder, dass man genau hinschauen und sehr differenziert bei der Beurteilung dieser Werte vorgehen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier viele "Low Carber" eine "physiologische" Insulinresistenz haben, mit den entsprechenden Nachteilen für die Gesundheit, die du beschrieben hast.
Hi Karel, ja, guter Hinweis! Hier herrscht zu viel Euphorie bzw. unkritische Gläubigkeit daran, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate alle oder zumindest die meisten Probleme löst. Das gilt noch nicht mal fürs Cholesterin. Ähnliche Erfahrungen wie du: Strikt Kohlenhydrat arm gegessen: Hba1c = 5,6 Mäßig Kohlenhydrate gegessen, bzw. wieder welche dazugenommen (etwas Brot, etwas Kartoffeln, etwas Obst): Hba1c = 5,4 Was lernen wir daraus?
Hallo Karel, das sind doch mal reallife-Werte, danke dir! Also in Ketose hattest du einen durcschnittlichen(!) Blutzucker über 3 Monate von 120 mg/dl (denn genau das meint ein HbA1C von 5,8) gehabt. Dieser Spiegel war dann praktisch eine Konstante, da kaum Insulin (nuur relatvi kurz für Protein) ausgeschüttet worden ist. Und mit Carbs waren es im Schnitt nur 110 mg/dl gewesen. D.h. die meiste Zeit lag der Blutzucker so eher unter 100 mg/dl, vor allem im nüchteren Zustand. Und nach dem Essen stieg er für einige Zeit deutlich über 100 und dann fiel er wieder auf unter 100 mg/dl, der Schnitt lag eben bei diesen 110 mg/dl. In Ketose waren es aber auch im nüchteren Zustand 120 mg/dl,. Ok, aber ab 126 mg/dl nüchtern spricht die WHO von Diabetes, und zwischen 100 und 125 mg/dl von Prediabetes...somit warst du laut WHO-Definition als Ketarier Prediabetiker, ja fast schon Diabetiker. Bitte, natürlich nur von den Meßwerten her! "Physiologisch Insulinresistent" (nicht aber: pathologisch!) aufgrund der Keotse sagt der Praktiker dazu- Chris M wurde hier für genau diese Aussage "rund gemacht" und mit blanker Ignoranz gestraft. Ich hoffe, da fallen jetzt gerade einige Groschen! Man kann physiologisch insulinresistent werden, gerne. Aber man sollte dies auch wissen wieso, warum und was für Konsequenzen dies hat, z.B. schlechte Glucosenutzung und eine erhöhtee Bildungsrate von AGE. Letzeres ist halt leider recht blöd wenn man ganz besonders alt werden und dabei fit bleiben möchte: Falten, Leberflecken, Makuladegeneration, Lipofuszin... Mit den Carbs hattest du dann deine Insulinrezeptoren wieder sensibilisiert und eine normale Insulinreaktion bekommen; dies sieht man wunderbar am "neuen" HbA1C. Mein Fazit: wenn du dir die Summe aus Fitness, Lebensdauer und -qualität auf der Y-Achse aufträgst hast du bei den Carbs eher eine umgedrehte U-Kurve (nach Paul Jaminet die "Perfect health diet") als ein L ("Inuit-These"). PS: Wobei es sich auch um ein W handeln könnte wenn man auch die Studien von Ornish und Esselstyn und die über die Kitavan und Okinawa miteinbezieht (also 80% Carbs und je 10% Fett und Protein), diese Studien sind so eine Art Riss in der Matrix.
Nachtrag: hier auch mal mein HbA1c, der zwar noch in der Norm ist, aber auch nicht so gut, wie ich es gern hätte. Strikt ohne Kohlenhydrate 11/2012: 5,8 Nach fast 2 Jahren mit Kohlenhydrate 8/2014: 5,5 Was sagt mir das jetzt? Mit Kohlenhydrate bedeutet bei mir aktuell vermutlich dúrchschnittlich so 35% der aufgenommenen Nahrungsenergie. LG Karel