Das ist sicherlich nicht so einfach in der Differenzierung. Wie sollte ein Arzt vorgehen, wenn der Patient selbst kurz nach einer OP um die Impfung bittet? Einerseits liegt eine Immunsuppression vor, andererseits gilt es eine Gefahr eines Grippeinfektes nach einer Operation vermeiden zu können. Was ist da die beste Handlungsoption des Arztes, wenn der Patient bei ihm vorstellig ist und einen gesundheitlich soliden Eindruck hinterlässt? Hat der Arzt die Sorgfaltspflicht, die Impfung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben? Oder ist genau diese Verschiebung der Impfung eine grobe Fahrlässigkeit hinsichtlich eines möglichen ungünstigen Verlaufs in der Zukunft? War es eine Zeit, in der eine Grippewelle absehbar war oder aktuell im Umlauf war? Ist es besser, jemanden mit großer Angst vor einen möglichen grippalen Infekt mit der Impfung auf die Zukunft zu vertrösten und diese Person in einem ängstlichen Zustand zu belassen, oder ist es legitim die Impfung durchzuführen?
Wenn der Arzt impft, muss er dann von den denkbar ungünstigsten Impfkomplikationen ausgehen, bzw. über diese Möglichkeiten aufklären? Oder ist es legitim, den eigenen Erfahrungswert mit in die Entscheidung einfließen zu lassen?
LG,
Claudia