14.06.2018
@Robert:
"Wo doch der Doc predigt: Man kann gar nicht genug Eiweiß essen."
Ich frage mich: Tut er das wirklich? Er korrigiert die Angabe der DGE von 50% Kohlenhydraten runter auf 30%, und setzt die Empfehlung für Eiweiß von ~10% rauf auf ~30%. Oder nicht?
Er sagt "es darf nicht zu wenig Protein sein"!
Dabei geht es doch "nur" um eine Korrektur der vorherrschenden Verhältnisse und Gewohnheiten! Oder sehe ich das ganz falsch? Und darüber hinaus stellt er Forschungsergebnisse vor, die Protein betreffen.
Ich glaube hier gibt es viel Potenzial für Missverständnisse - der Doc predigt, es muss genug Eiweiß sein, da geht es um die Messung im Blut. Hat man den Level mal erreicht, dann kann man doch auch wieder normalisieren!
Wenn ich mir vorstelle, ich esse mein Leben lang "zu wenig Eiweiß" (die empfohlenen 10%), dann habe ich doch einen Übergangszeitraum, in dem ich "zu viel Eiweiß" essen muss, damit mein Körper die vielen Jahre der Unterversorgung ausgleichen kann. Zumindest stelle ich es mir so vor.
Danach muss ich den Level nur noch halten. Das ist doch mit NEM nicht anders. Dann wird der Eiweißkonsum auch wieder runterreguliert auf die vom Doc empfohlenen 30%. Ich weiß ja nicht, wie viel Kalorien ihr so braucht, aber bei mir kommt da am Ende nicht viel bei raus.
Er beschreibt dann u.a. noch, dass es bei der Proteinsynthese auch bei 4g/kg Körpergewicht Eiweißaufnahme noch keine Grenze gibt. Damit empfiehlt er doch aber nicht, dass jeder Mensch ständig 4g/kg Körpergewicht Protein konsumieren soll. Er sagt nur, "wenn - dann". Willst du maximalen Muskelaufbau, dann gib Eiweiß so viel du kannst.
Ehrlich gesagt, ich habe schon so meine Probleme mit mehr als 1g Eiweiß (immer pro kg Körpergewicht). Wenn ich das alles ohne Proteinshakes abdecken sollte, dann hätte ich ein Mengen- und Verdauungsproblem. ;-) Und wenn ich mir anschaue, wie unendlich langsam meine Muskeln wachsen (wenn überhaupt), dann habe ich auch ein gewisses Verständnisproblem. Nur, der Körper braucht ja für alles Eiweiß, d.h. wenn ich Kraft und/oder Masse zulegen will, und nach zig Jahren der Sportabstinenz alle Strukturen im Körper stärken, dann muss ich für ein Überangebot sorgen! Will ich das nicht dann kann ich doch bei 1g bleiben. Will ich ernsthaftes Bodybuilding machen dann sehe ich zu dass ich (als Mann) auf 2g komme.
Schöne Diskussion eines Praktikers dazu, den ich sehr schätze, weil er viel gesunden Menschenverstand (auch wenn ich nicht allem 100%ig zustimme - übrigens auch Ingenieur ;-) ):
Und wenn ich als Bodybuilder an Massenzuwachs denke dann interessiert mich in dem Moment nicht, wie alt ich werde. ;-)
Außerdem - wie sagt Scooby so schön: "It is also important to remember that research does not “prove” anything, it merely suggests."
Also mein Fazit lautet: Ich finde es schon aus praktischen Gründen schwierig, auf einen hohen Proteinanteil zu kommen (>1g). Wenn man nicht auf Shakes ausweicht dann könnte man diese Mengen an Biofleisch schon gar nicht erhalten oder bezahlen. Und wenn ich das ganze Gemüse gegessen habe, das ich mindestens ebenso wichtig finde (und der Doc auch), dann ist gar kein Platz mehr für so viel Protein....
Man muss doch sein eigenes Empfinden auch mit einbeziehen. Alles was wir hier lesen und diskutieren sind Ideen, Experimente - was man dann für sich am Ende beschließt steht doch auf einem ganz anderen Blatt.