@Martin F.
"Betrachtet man diesen Punkt mal auf Stufe 2, muss man sich fragen: woraus macht denn das Venlafaxin das Noradrenalin???? Und: kann es das auch, wenn die Grundstoffe fehlen?? Natürlich nicht wirklich bzw. nicht besonders gut."
Venlafaxin "macht" kein Noradrenalin, es hemmt dessen rasche Wiederaufnahme in die Präsynapse. Depressionen sind in den meisten Fällen keine Mangelerkrankung, sondern eine Erkrankung des Wiederaufnahmemechanismus, der überaktiv ist und die Neurotransmitterkonzentrationen zu rasch
durch die Wiederaufnahme in die Präsynapse reduziert.
Anders formuliert: Die zwischensynaptische Konzentration an Serotonin und Noradrenalin ist nicht aufgrund eines Ernährungsmangels (also aufgrund eines Mangel an den Vorstufen von Serotonin und Noradrenalin) erniedrigt, sondern weil deren Rückresorption erhöht ist. Auffüllen mit den Vorstufen ist gut und schön, setzt aber nicht an der eigentlichen Ursache an: die zu rasche Wiederaufnahme! Wiederaufnahmehemmer (SSRI/SNRI) setzen genau dort an und blockieren die überaktive Rückresorption.
Darum werden sich Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin in der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen niemals durchsetzen können.