27.01.2015
Ich kenne den Beitrag zum Leinöl und höre es auch immer wieder, dass die Verwertbarkeit wohl nicht so hoch sei wie z.B. bei Krillöl-Kapseln.
Ausschlaggebend ist für mich aber das im Alltag realisierbare.
Und wenn ich mein frischgepresstes Leinöl fürs Salatdressing nehme und extra noch 2-3 EL als Butterersatz konsumiere, komme ich absolute eben auf wesentlich größere Mengen als ich es bei Fisch- oder Krillkapseln je schaffen würde. Was nicht bedeutet, dass ich keine Kapseln nehmen würde.
Aber ich nehme insgesamt schon so viele Kapseln, dass irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem keine mehr reinpasst :-)
Aber der Vollständigkeit halber die Erläuterungen zur Kritik (den ausführlichen Beitrag findet man bei Urgeschmack):
"Ist Leinsamenöl eine gute Omega-3-Quelle? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir differenzieren. Es gibt verschiedene Omega-3-Fettsäuren. Sie heißen ALA, EPA und DHA (mehr dazu: Omega-3-Fettsäuren: Ein Kurzüberblick). Während EPA und DHA die wichtige Wirkung für den Menschen haben, gilt nur ALA als essenziell. Denn der menschliche Körper kann EPA und DHA aus ALA synthetisieren. Und welche O3-Form liegt in Leinsamenöl vor? ALA. Das ist jedoch kein Grund zur Freude. Denn die Effizienz dieser Umwandlung von ALA in EPA liegt bei nur 5%. Die Umwandlung in DHA funktioniert dann nur noch mit 0.5%. Das ist wenig. Wer dem entgegenwirken möchte, kann höchstens die Verzehrmenge des Öls erhöhen. Dadurch setzt er sich jedoch viel mehr oxidationsanfälligen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus und er konsumiert viele Kalorien. Ein vereinfachter Überschlag: Jemand trinkt 30ml Leinsamenöl. Rund 17ml davon sind Omega-3-Fettsäuren. Das sind etwa 17000mg. 5% davon werden EPA. Das entspricht 850mg. Der DHA-Pegel steigt um 85mg. Eine absolut geringe Menge Omega-3-Fettsäuren zum "Preis" von rund 270kcal und 30ml oxidationsanfälliger Fettsäuren. Aber die Zahlen weichen ab und es gibt neue Ergebnisse! Das Umwandlungsverhältnis ALA zu EPA und ALA zu DHA wurde vielfach untersucht und es liegt in der Natur der Sache, dass die Werte dabei leicht abweichen. Eine kurze Suche ergibt eine Bandbreite von etwa 4-6% bzw. 0,1-3,8%. Die Größenordnung ist die gleiche, individuelle Schwankungen sind selbstverständlich. Und dann gibt es die Studie von 2010 mit dem Namen "Dietary intake and status of n-3 polyunsaturated fatty acids in a population of fish-eating and non-fish-eating meat-eaters, vegetarians, and vegans and the precursor-product ratio of alpha-linolenic acid to long-chain n-3 polyunsaturated fatty acids: results from the EPIC-Norfolk cohort" Diese Untersuchung zeigte ein unerwartetes Bild: Menschen, die keinen Fisch essen und ihre Omega-3-Fettsäuren nur aus Pflanzenöl beziehen, weisen teilweise trotzdem "ausreichend" hohe EPA/DHA-Werte auf. Dies ließ Pflanzenöl-Fans in aller Welt frohlocken. Denn viele Medien interpretierten dies so, als wären alle vorangegangenen Untersuchungen damit nichtig und Pflanzenöle eben doch eine prima Omega-3-Quelle. Besonders freut sich darüber freilich die Lobby der Vegetarier und Veganer. Schaut man sich die Publikation an, sieht man dort jedoch keine konkrete Untersuchung an Menschen, sondern lediglich Statistik. Und die Autoren schreiben ausdrücklich in ihrer Konklusion: "...possibly because the precursor-product ratio was greater in non-fish-eaters than in fish-eaters, potentially indicating increased estimated conversion of ALA. If intervention studies were to confirm these findings..." Drei Worte sind dabei wichtig: Möglicherweise, potentiell und wenn. Mit anderen Worten: Es gibt hier einen Hinweis und wir sollten das genauer untersuchen. Mehr sagt die Studie nicht aus. Dem gegenüber stehen dutzende Arbeiten, in denen direkt am lebenden Menschen die Effizienz der ALA-EPA/ALA-DHA-Umwandung untersucht wurde. Sicher wäre es schön, wenn Menschen unter Umständen doch mehr mit ALA anfangen könnten. Aber derzeit wiegen die Beweise des Gegenteils wesentlich mehr als diese eine Untersuchung. Sicherlich wird dies weiter erforscht. Bis die Ergebnisse erscheinen, sollten wir offenbar davon ausgehen, dass Pflanzenöle grundsätzlich eher schlechte Omega-3-Quellen sind. Oder, präzise ausgedrückt: Dass Pflanzenöle sich schlecht zur Versorgung mit EPA und DHA eignen."