09.11.2019
Beispiel Ausscheidungsrate und Resorbionsrate von Magnesium bei signifikantem intrazellulären Magnesiummangel.
Auch wenn in den Körperzellen ein noch so großer Magnesiummangel herrscht, so sind die Magnesiumtransportproteine in den Zellmembranen sehr limitiert.
Die nach Magnesium durstende Zelle exprimiert zwar mehr Transporter als die gesättigte Zelle, aber der Transport in die Zelle geht dennoch sehr sehr langsam. Daher braucht es auch sehr lange, und einen dauerhaft erhöhten Blutmagnesiumspiegel bis ein Magnesiummangel in den Zellen ausgeglichen ist.
Es ist müßig, nachzuforschen welches Magnesium besser vom Darm resorbiert wird, und welches nicht, bzw. schlechter, da 99% ohnehin in der Schüssel landen. Sei es im Fäzes oder im Urin.
Fäzes ist ja noch relativ einleuchtend: das ist das Magnesium, welches nicht vom Darm resorbiert wurde.
Das ausgeschiedene Magnesium im Urin bei eklatantem Mangel ist nicht direkt so einleuchtend. Fakt ist aber, dass aufgenommenes Magnesium sehr schnell wieder über den Urin ausgeschieden wird.
Dies geschieht sogar so zuverlässig, dass man mittels dieser Methode Magnesiumverbindungen auf Resorbierbarkeit misst: Je mehr vom Oral eingenommenen Magnesium renal wieder ausgeschieden wird, desto besser die intergestinale Resorbtion.
Sprich, egal wie tief man im zelluläten Mangel steckt und viel und welches Magnesium man sich oral einwirft und egal wie hoch der Blutspiegel temporär steigt, es geht zum allergrößten Teil wieder raus, da die Aufnahme in die Zellen so lange dauert.
Von daher ist es töricht davon auszugehen, dass die Ausscheidungsrate auch nur irgendetwas über etwaig vorhandene Mängel aussagt. Naja, ausser man ist ein Nachplapperer von Michalk, dann ist es für diesen Personenkreis Gesetz.
Das Magnesium vom Michalk ist in der Tat optimiert auf die intergestiale Resorbtion, nur wie oben geschildert bringt es bis auf wenige Sonderfälle (z.B. Schwangerschaft [die Plazenta bringt aktive Magnesiumtransporter aus] oder Extremsport) so gut wie nichts.
Da ist es sinnvoller und billiger ein anorganisches Magnesium zu nehmen, da dies automatisch eine Retardwirkung mitbringt.
Ich gehe hier absichtlich nicht auf fettlösliches und Bluthirnschranke überwindendes Magnesium-L-Theotrate ein, da es nur symptomatisch, aber dafür schnell hilft, aber sobald es wieder abgesetzt wird die Symptome verschlimmert zurückkehren.
Auch können organische Magnesiumverbindungen von anderem Vorteil sein, bsp. Magnesiumcitrat hinsichtlich des Säure-Basen Haushalts.
Schütte SA, et al. Bioavailability of magnesium diglycinate vs mg oxide in patients with ileal resection. J Parenteral Enteral Nutrition 1994;18:430 – 435.
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-25-2010/magnesium-update-2010. (Umfangreiche Quellensammlung!)
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112006/pharmakokinetik-und-bioverfuegbarkeit-von-magnesium-verbindungen/
LG
H