08.12.2022
Angela,
"Thorsten siehst du das wirklich alles so? "
Sehe ich was so? Dass sich auf Seiten der Corona-Maßnahmen Gegner eine erschreckt gewaltbereite und gewalttätige Melange aus Rechten, Reichsbürgern, Querdenkern, AFDlern, Desinformatnen, Lügnern und Panikmachern gebildat hat?
Ja, sehe ich so.
Das nicht alle verordneten Maßnahmen gengen Corona immer optimal ausgewogen und vermittelt wurden? Dass es Menschen gibt, die auch durch die Maßnahmen beeinträchtig und auch benachteiligt waren?
Ja, sehe ich auch. Kann und darf aber nicht zur Relativierung von Gewalttaten (egal welcher Seite) misbraucht werden. Und nur nebenbei bemerkt, Die Selbstmordrate ist während der Coronapandemie gesunken(!). Und es redet auch keiner davon, wieviel Angst, Panik und Verunsicherung die maßlos überzognenen Horrormeldungen, Desinformationen, Lügen und Falschbehauptungen von Menschen wie Bhakdi, Wodarg, Schiffmann, Füllmich und vielen Anderen aus der QD Szene verbreitet haben. Selbstreflektion, ein einfaches "da haben wir uns geirrt" oder "da sind wir über das Ziel hinaus geschossen" oder "ja, das war eine glatte falschbehauptung" gibt es auf seiten der QD nicht. Dafür aber umso mehr Geschrei und Geplärre, wie benachteiligt man doch ist, wie angeblich eingeschränkt und zensiert in der Meinungsäußerung (Hallo? Ihr habt doch euren Unsinn unter die Leute gebracht!) man ist. Keine Innehalten und distanzieren von Gewalt und rechtem Gedankengut.
Patricia nimmt Anstoß daran, dass ich die Aufzählung in meinem vorigen Beitrag nicht zum erstenmal bringe. Da hat sie recht. Ich habe das schon mehrfach angebracht. Allerdings immer wieder ohne dass sich die hiesigen Impfskeptiker mal wirklich klar gegen solche Taten ausgesprochen hätten. Ist halt ein gewaltbereiter Mensch, der sicher auch aus anderen Gründen gewalttätig geworden wäre. Was soll das sein? Eine Erklärung, eine Entschuldigung, eine Relativierung? Unter einer Distantzierung würde ich etwas anderes erwarten.
Ach, da begeht eine Ärztin Selbstmord? Naja, wird wohl noch andere Gründe ("schwerwiegendere persönliche Probleme. ") gehabt haben. Soll das ein Distanzierung sein, andere in den Tod zu mobben, zu bedrohen, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz anzugreifen? Diese halbgaren Relativierungen von Gewalt finde ich nur noch menschenverachtend und entwürdigend. Aber hey, man sympatisiert doch schließlich mit einer Bewegung, die ein höheres Ziel zum Wohle aller (?, wohl eher nicht) verfolgt...
Ich sage es nochmal ganz deutlich: Gewalt ist kacke. Egal von wem sie ausgeht(!).
Aber Menschen und Kindern unter bestimmten Umständen das Tragen einer Maske zuzumuten und abzuverlangen ist keine Gewalt.
Vulnerable Mitmenschen gegen ihren Willen, vermeintlich zu ihrem eigenen Schutz zu isolieren, kann man dagegen sehr wohl schon als Gewalt ansehen.