01.07.2021
Hallo Thomas,
wie war das doch mit dem neuen Lieblingsausdruck von Thorsten, wenn es darum geht, diejenigen als ignorante Dummköpfe zu bezeichnen, die nicht seiner Meinung sind: " rudimentäres Textverständnis" ?
In dem von mir verlinkten Artikel steht, soweit es um das Studiendesign geht:
"Im Studienprotokoll liest man:
Für Phase 2/3 ist die VE-Evaluierung das primäre Ziel. Unter der Annahme einer wahren VE von 60% und 4 geplanten IAs liefern 164 COVID-19-Fälle 90% Sicherheit, um auf eine wahre VE >30% zu schließen. Dies könnte mit insgesamt 43.998 Teilnehmern erreicht werden (21.999 Impfstoffempfänger), basierend auf der Annahme einer Inzidenz von 1,3% pro Jahr in der Placebogruppe und beim Auftreten von 164 Fällen am primären Endpunkt innerhalb von 6 Monaten. […]
Für Phase 2/3, mit der Annahme einer wahren VE von 60% nach der zweiten Dosis des Prüfpräparats, wird eine Gesamtzahl von ca. 164 ersten bestätigten COVID-19-Erkrankungsfällen eine Sicherheit von 90% bieten, um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine wahre VE >30% festzustellen, was ein frühzeitiges Abbrechen der Wirksamkeitsstudie zur Folge hat.
Studienprotokoll BioNTech-Pfizer, S. 15 f. und S. 99
VE steht im Protokoll für „Vaccine Efficacy“ und meint die relative Wirksamkeit, auf die wir schon öfter eingegangen sind. Mit IAs (Interim Analysis) sind Zwischenauswertungen gemeint, mit denen man zu gewissen Zeitpunkten die Wirksamkeit des Impfstoffs auswerten wollte.
Fassen wir die wesentlichen Punkte zusammen
- )Ziel ist es lediglich, mit einer 90%-Testsicherheit eine relative Wirksamkeit des Impfstoffs von über 30% nachzuweisen
-) Die Inzidenz wird mit 1,3% pro Jahr geschätzt (was auf ein halbes Jahr umgerechnet eine Inzidenz von 0,65% bedeutet). Unsere grobe Schätzung mit 1,25% im Artikel über das Gesetz der großen Zahlen war also (wie vermutet) eher pharmafreundlich.
-) Nach 164 Covid Fällen will man eine Wirksamkeit von 30% mit einer Sicherheit von 90% angeben können und die weiteren Wirksamkeitsberechnungen abbrechen
Es ging in der Studie also nie darum, herauszufinden, wie wirksam das Vakzin in Wirklichkeit ist – man will lediglich eine Wirksamkeit von 30% angeben – mehr nicht. Durch den offensichtlichen Abbruch der Wirksamkeitsstudie ist damit jede Chance genommen, herauszufinden, wie wirksam das Vakzin wirklich ist." ( Ende Zitat)
Denn das mit der Studie angestrebte Ziel, mit einer 90%-Testsicherheit eine relative Wirksamkeit des Impfstoffs von über 30% nachzuweisen, war ja ausreichend, um die bedingte Zulassung des Impfstoffs zu erreichen und mit der Vermarktung zu beginnen. Alle zusätzlichen Argumente, insbes. ethischer Art ( wie zB von Thorsten) gehen an der Realität der Impfstoffvermarktungsstrategien vorbei.
LG, Albrecht