31.05.2021
Hallo Albrecht,
"die Primärquelle codag_bericht_16.pdf"
Geht doch. Danke. Warum nicht gleich so?
Ihr legt ja auch durchaus Wert darauf, nicht mit Psiram oder VVP konfrontiert zu werden.
In dem Bericht wird das Fazit gezogen:
"Bei den R-Werten,wie sie vom Robert-Koch-Institut täglich bestimmt werden, ergibt sich seit September kein unmittelbarer Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen - weder mit dem Lockdown-Light am 2.November und der Verschärfungam 16.Dezember 2020, noch mit der „Bundesnotbremse“, die Ende April 2021 beschlossen wurde."
Es heißt aber auch:
"Ein sprungartiger Rückgang in den Infektionen am Arbeitsplatz ist während der Osterfeiertage zu erkennen. Dieser Rückgang ist [...] somit sicherlich [...] vor allem darauf [zurückzuführen], dass die meisten Erwerbstätigen in dieser Zeit dem Arbeitsplatz fern blieben."
Was ist das anderes, als ein temporärer Lockdown bezogen auf die Arbeitsplätze? Wirkungslos?
Man muss sich zumindest die Frage stellen in wieweit der Bezug auf den R-Wert, der ja auch nur mit einer entsprechende großen Unsicherheit rückwirkend bestimmt wird, ein geeignetes Maß ist. Auch vermeiden es die Autoren, eine These zu den eigentlichen maßgeblichen Rückgangsgründen herauszustellen. Reihentestungen an Schulen werden zwar erwähnt, können aber, gerade in Zeiten weit verbreiteten Home-Schoolings, keine vollständige Erklärung liefern. Fortschreitende Durchimpfung der Bevölkerung findet dagegen keine Betrachtung / Berücksichtigung.
Nichtsdestotrotz ist es natürlich richtig, Maßnahmen, Anordnungen und Pandemieverläufe im Nachgang zu analysieren und auch nach Effektivität und Effizenz zu bewerten. Alleine schon, um bei der nächsten Pandemie ein besser abgestimmtes Instrumentarium eisetzten zu können. Und natürlich ist es im Rückblick einfacher, Maßnahmen zu bewerten, als in dem Moment, wo sie diskutiert und angeordnet werden müssen. Rückblickend ist die Erkenntnislage i.d.R. eben deutlich besser. Die entsprechenden Informationen müssen aber erst mal vorliegen und ausgewertet und bewertet werden.
Darüberhinaus gibt es entsprechende Maßnahmen, Daten und Untersuchungen natürlich nicht nur für Deutschland, sondern in vielen Ländern Weltweit. Portugal, Neuseeland und Australien sind Beispiele für Länder, die mit harten (Lockdown)Maßnahmen bis hin zu Ausgangssperren schnell und deutlich die Inzidenzwerte senken konnten.
Insgesamt wahrscheinlich eine Thematik, die deutlich komplexer ist, als "Maßnahme XYZ bringt was/nichts".
LG
Thorsten