Hallo Uwe,
darüber habe ich mich auch geärgert, weil es nicht stimmt.
Ich habe mich spezialisiert auf (Internationales) Steuerrecht und musste auch mal 2 Jahre in einem Finanzamt als Sachgebietsleiter tätig sein.
Als Selbständiger hast du viele Möglichkeiten, die Steuern zu minimieren, meistens mit der Möglichkeit, Kosten der privaten Lebensführung mit Betriebsausgaben zu "kombinieren", sprich die Kosten für das Auto steuerlich geltend machen zu können. Bei Gesellschaften, GmbH zum Beispiel, die häufig auch kleinere Unternehmen sind, besteht die Möglichkeit, eine Gesellschaft im niedrig besteuernden Ausland zu gründen und dann mittels Verrechnungspreisen die Steuer derart zu gestalten, dass der Gewinn in Dt. möglichst niedrig und der Gewinn im niedrig besteuernden Auslang möglichst hoch ist, Ergebnis: weniger Steuern in Dt. Viele Betriebsprüfer kennen sich nicht gut aus mit Verrechnungspreisen und machen daher schnell einmal "den Haken". Und der Finanzausgleich hat dazu geführt, dass in Bayern weniger Betriebsprüfungen stattfinden.
Ich erinnere mich an einen Fall, dass der größte (sprich reichste) Steuerpflichtige immer nur Verluste erzielt, d.h. keine Steuern gezahlt hat, weil er seinen Gewinn sofort in Häuser oder Renovierungen investiert hat und dadurch negative Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung generiert hat.
Als Nichtselbständiger mit Steuerkarte hast du lange nicht solche Möglichkeiten. In Deutschland zahlen die Hauptlast an Steuern die Nichtselbständigen mit ihren Steuerkarten und dem Zwangssteuerabzug.
Wenn jetzt ein Selbständiger hier jammert über seine hohen Steuern - das gibt es auch, aber er sollte sich besser beraten lassen.