18.06.2023
Für mich plausibel , aber ich bin ja Laie.
Zu den Gründen für das vermehrte Auftreten von Gürtelrose bei jungen Menschen gibt es unterschiedliche Theorien. Eine davon: der Einfluss der Corona-Pandemie und von SARS-CoV-2. „Natürlich bringt man im Moment gerne alles mit Corona zusammen. Aber dass das bei Jüngeren vermehrt auftritt, das war auch schon vor Corona so“, versichert uns Professor Fabri.
Dennoch gebe es theoretische Überlegungen, dass die Pandemie mindestens einen Beitrag zum Anstieg geleistet habe – wenn auch genaue Daten dazu fehlten. „Es ist sicherlich so, dass eine durchgemachte Corona-Infektion wahrscheinlich das Risiko, danach Zoster zu bekommen, erhöht. Das kann man noch nicht beweisen, aber das erscheint plausibel“, sagt Fabri. Eine weitere Möglichkeit: Der Stress, ausgelöst durch die Pandemie und die Eindämmungsmaßnahmen, könnten zur höheren Anfälligkeit der Menschen für einen Zoster-Ausbruch beitragen.
Ebenso steht die Corona-Impfung im Verdacht, Zoster-Erkrankungen auszulösen. Erste statistische Anhaltspunkte, die für diese Theorie sprechen, gebe es tatsächlich, berichtet uns Professor Fabri: „Eine Studie sagt: Innerhalb von 60 Tagen bewegt man sich etwa im 0,1 bis 0,2 Prozent Risiko.“ Mit anderen Worten: Jeder Tausendste bekommt eine Gürtelrose innerhalb von zwei Monaten nach der Impfung. „Das ist schon viel“, gibt der Experte zu. Dennoch schränkt er ein: Die Gürtelrose sei ohnehin eine relativ häufige Erkrankung. „Deswegen würde man das eher auf andere Art formulieren: Man bekommt häufig einfach so eine Gürtelrose, egal, ob man geimpft ist oder nicht“.
Eine Gürtelrose trete allerdings deutlich seltener nach der Corona-Impfung auf als nach oder während einer Corona-Infektion, wie uns Allgemeinarzt Dr. Christoph Specht erklärt. „Impfen, wie jede medizinische Maßnahme, ist ein Eingriff. Und da muss man Nutzen und Risiko abwägen“, betont der Mediziner.