14.11.2022
Hallo Robert.
"dass der steigende Insulinspiegel im Menschen dazu führt, dass die Zellen die Insulinrezeptoren abbauen und somit insulinresistent werden"
Hm, warum tun die Zellen das? Reicht eine einmalige Insulinspitze dafür aus, oder muss der Insulinspiegel längerfristig hoch sein. Warum ist der Insulinspiegel dann längerfristig so hoch, wenn doch (anfangs) noch keine IR vorliegt? Kann das an einem (zu) hohen Blutzuckerspiegel liegen? Wenn ja, wo kommt der her, wenn man da doch noch gar nicht richtig IR ist?
Ist das Henne-Ei-Problem hier vielleicht gar keins, weil der eigentliche Mechanismus eben die auch von dir gerade beschriebene Überfrachtung der Zellen (mit Energiesubstrat) ist?
Du Beschreibst das Zucker zu 50% in Fett umgewandelt wird. Die Prozentzahl mal außen vor gelassen ist das genau das, was auch Dr. Robert Lustig sagt. "A high sugar diet is in reality a high fat diet". Also Fett überfrachtet die Zellen mit Energie, sodass sie sich durch zunehmende IR wenigstens vor weiterer Energieüberfrachtung durch Glukose schützen wollen. Fett ist der Auslöser. Und dann wird behauptet, laß Kohlenhydrate weg und iss mehr Fett, um das Problem zu lösen? Finde den Fehler!
Gerne weise ich hier noch mal auf edubily hin ("Butzucker und Insulin senken"), wie ich es auch schon am 22.07.22 im Thread "Ernährung - Start und Ende: Paleo" erwähnt habe:
Thema Diabetes
Auch hier werden sich gerne und oft Märchen erzählt. [...]
Die Entstehung von Diabetes bzw. Insulinresistenz ist bestens erforscht. Im Vordergrund steht … Fett. [...]
Bei der Pathogenese spielen Fette, Fettsäuren und Abkömmlinge davon die entscheidende Rolle.
Der Ausweg
Der Ausweg ist so simpel wie genial: Entweder man sieht zu, dass die Fettmasse niedrig bleibt – oder man sieht zu, dass die Fettmasse gesund ist (Kälte, Bewegung usw.!!). Denn ein gesundes Fettgewebe hat eine bessere Speicherfähigkeit und wird entsprechend auch bei Zunahme der Masse nicht so viele Fettsäuren abgeben. [...]
Das Fettgewebe mobilisiert bei Anstrengung (bei Stress) Fettsäuren. Der aufgrund ihres latenten Übergewichts ohnehin erhöhter Fettsäuren-Spiegel im Blut steigt nun weiter an. Dies wiederum bedeutet, dass der Randle-Zyklus am Anschlag ist, und die Zelle mit Fettsäuren bombardiert wird, was den Glukose-Stoffwechsel maximal ausbremst. Die Folge ist ein höherer Blutzuckerspiegel, kein niedrigerer!!
Bottom-Line: Ein niedriges Insulin hat etwas mit dem Energiestatus des Körpers zu tun – und Energie speichert der Körper im Übermaß eben als Fett – und nicht mit Kohlenhydraten.
Keto und LC können hier natürlich funktionieren und positive Veränderungen bewirken. Aber nicht weil(!) auf KH generell verzichtet wird, sondern weil es für Manche eine(!) praktikable Möglichkeit ist, die Energieüberfrachtung der Zellen zu reduzieren (Stichwort: negative Energiebalance). Viele Wege führen nach Rom.
LG
THorsten