28.11.2022
Hallo Robert.
"bei einem Thema, welches noch gänzlich unerforscht ist"
Nur weil man die Augen verschließt oder Scheuklappen trägt, heißt das nicht, dass es so ist.
Das Thema Mikroibiom ist mitnichten "gänzlich unerforscht". Einfach mal googeln nach "ncbi microbiome". Die Trefferliste ist etliche Seiten lang.
"Das könnt Ihr "Experten" sicherlich [...]"
Wenn das dein Diskussionsniveau sein soll, "Dr. gefühlt h.c. Robert Krug", dann darfst du dich da mit Greg, Stefan und Sabine austoben.
"Das das Mikrobiom zB auch prima von Kollagen leben kann"
"Das Mirkrobiom" kann das sicher nicht, allenfalles einzelne Mikroorganismen daraus. Ob das die sind, die ich habe möchte, weiß ich nicht. Du begehst wieder hier deinen typischen Fehler, eine ganze Gruppe gleich synonym für einige wenige Elemente zu verwenden.
Ich möchte verzehrtes Kollagen meinem Körper als "Baumaterial" zur Verfügung stellen und nicht unbedingt mehr als nötig Mikroorganismen in meinem Darm damit füttern. Das funktioniert i.d.R. auch gut genug mit vielfältigen Ballaststoffen. Ganz abgesehen davon, das ich natürlich wenig Interesse daran habe, dass diese kleinen "Helferlein" mich/mein Kollagen verdauen.
"Ihr ignoriert Naturvölker, die jahrhunderte genau so leben und dabei sehr gesund sind"
Welche sollen das sein? Die Inuit vielleicht? Die haben ja traditionell eine recht Ballaststoffarme Ernährung. Die sind an ihre Ernährungsweise aber auch speziell genetisch angepasst und kommen selbst bei ihrer fettreichen Kost kaum in Ketose.
Inuit haben ein hohes Risiko für Stoffwechselprobleme/-Entgleisungen, wenn sie ihre angestammten Ernährungspfade verlassen.
Metabolische Flexibilität und Ernährungsflexibilität sehen für mich anders aus.
Ich bin kein Inuit.
"Man sollte zusehen, dass man im Leben kein Krebs bekommt. Die wichtigeste Vorsorgemaßnahme: Einen niedrigen Insulinspiegel, so wie er normal ist, anstreben und erhalten."
Hier hast du meine volle Zustimmung. Ich würde lediglich "normal" gegen "gesund" tauschen.
"PUFAs meiden wie die Pest. Wir Menschen brauchen nur sehr sehr wenig davon. PUFAs sind krebserregend. Dazu gibt es Interventionsstudien."
Ja, es mag wohl Interventionsstudien geben, die für manche PUFAs in bestimtmten Kontexten (z.B: Art und Dosis) ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt haben. Allerdings, und hier begehst du erneut deine typischen Verallgemeinerungsfehler (s.o.), sind Omega 3 und Omega 6 FS auch PUFAS; und essentiell für den Menschen. Und gerade für Omega 3 geht die Empfehlung macher Gesunheitsexperten gerne mal bis zu hohen einstelligen Gramm/d.
Chris Michalk beschreibt es in seinem jüngsten Artikel über "FETT" auf genetisches-maximum.de so:
Omega 3s sind wichtig
In manchen Kreisen wird die wesentliche Bedeutung der zuletzt genannten Fettsäuren-Klasse ein bisschen … geleugnet. „PUFAs“, also mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu denen Omega 3s und Omega 6s gehören, gelten heute als besonders schädlich in manchen Gesundheitskreisen.
Hintergrund soll sein, dass sie aufgrund ihrer chemischen Struktur (Doppelbindungen) oxidationsanfällig sind, Lipidperoxidation begünstigen und damit Krankheit machen. Sehr verkürzt, wie man sich denken kann.
Omega 3s sind allgemein nicht nur Liganden von PPARγ – sie regulieren damit die körpereigenen Antioxidantien hoch –, aus ihnen entstehen auch s. g. Specialized pro-resolving mediators (SPM), besser bekannt als Resolvine, Maresine oder Protektine, die heißgelaufene Immunreaktionen wieder abkühlen – „pro resolving“ eben, also „für die Auflösung“.
Aus diesem Grund sind sie essentiell, das heißt, der Körper kann sie nicht selbst bilden. Und damit genug dieser SPM entstehen, braucht man halt diese Omegas – ausführlich aufgearbeitet für was man sie noch braucht und wie viel man zuführen sollte, hatten wir hier.
Ein insgesamt sehr lesenswerter Artikel (auch zum Thema Paläo und Fettgehalt).
LG
Thorsten