19.12.2022
Ich habe gerade ein wenig in der von Robert verlinkten Leseprobe geschmökert und bin über eine Passage gestolbert, die bei mir Fragen aufwirft. Dort heißt es:
Wer bereits low-carb isst und einen OGTT machen muss oder
machen möchte, sollte an die physiologische Insulinresistenz
denken. Ohne die entsprechende Vorbereitung würde jeder
LCHFler bei diesem Test mit wehenden Fahnen untergehen und
als Diabetiker diagnostiziert werden.
Darum sollte man vor so einem Test unbedingt ein sogenann-
tes „Carb-Loading“ machen und 3 – 5 Tage vor dem Test damit
beginnen, Kohlenhydrate zu essen.
Das würde doch bedeuten, dass man gezielt das zu untersuchende Setting verändert, um ein angenehmeres Ergebnis zu bekommen. Was soll das? Man macht doch den OGTT inkl. Messung des Insulinspiegels, um den aktuellen Status der Insulinresistenz zu bestimmen?!
Ich werfe ja auch nicht vor einer Vitamin-D Messung 100.000 IE ein, damit der Wert besser ist.
Fakt bleibt doch, dass die LCHFler insulinresistenter sind, als sie sein müssten (phys. IR) und oft auch die (Nüchtern)BZ Werte höher sind, als gewünscht (bis hin zu prädiabetisch). Frau Tulipan beschreibt sogar ein höheres HbA1c unter LCHF. HbA1c bedeutet verzuckertes Hämoglobin. Das funktioniert dann nicht mehr richtig; von anderen negativen effekten abgesehen. Tulipan entschuldigt das mit "Wer einem gesunden Lebensstil folgt, dessen rote Blutkörperchen leben durchschnittlich länger." Ja und? Fakt bleibt, dass ein höherer Prozentsatz der Roten Blutkörperchen verzuckert ist und damit nicht mehr i.O.. Man entschuldigt ja auch nicht einen höheren Prozentsatz von nicht mehr verkehrssicheren Autos mit hoherem Alter. Das kann eine Erklärung sein, aber keine Entschuldigung/Rechtfertigung. Die Schrottkarren gehören aus dem Verkehr gezogen oder instand gesetzt. Andernfalls stellten sie ein erhöhtes Risko , eine erhöhte Gefahr dar. Und das soll bei vermehrten HbA1c verzuckerten Roten Blutkörperchen anders sein?
Ich will an der Stelle nicht ausschließen, dass besagter gesunder Lebensstil in der Lage ist, das besser zu kompensieren, aber jede dauerhaft erforderliche Kompensation bindet Ressourcen und Kapazitäten, die dann u.U. nicht für andere, wichtigere/sinnvollere Dinge zur Verfügung stehen.
LG
Thorsten