03.07.2011
Hallo
Ich war gestern bei ihm und so ganz schlüssig, ob ich es toll fand, bin ich mir noch nicht. Es war anders als ich es erwartet habe.
Anfahrt (300km) hat problemlos geklappt und die Praxis findet man auch ohne Hans-Hans. Die Mitarbeiterinnen haben mich sehr nett begrüßt und ich wurde mit dem Anmeldebogen in den Wartebereich geschickt. Die Sesselchen dort waren bequem, aber ich hab mich gefragt, ob ein übergewichtiger Mensch wieder aus den Tiefen der Polster auftauchen kann. Aber vielleicht ist das ja extra so. :-)
Pünktlich wurde ich dann zum Doc gebracht. Ein zierlicher Mann in einem großen weißen Kittel der sich nach der Begrüßung hinter einen sehr großen Schreibtisch zurückzieht.
Als erstes hat er mich gefragt weshalb ich da sei. Antwort von mir: um wieder fit zu werden. Das war für ihn keine richtige Antwort.
Dann hagelte es eine Menge Fragen von ihm. Er brachte mich dazu, genau zu sagen, was ich mir von ihm erhoffe. Welche Probleme ich habe. Da ich nicht wegen Gewicht oder irgend welcher Wehwehchen sondern wegen einer Krebserkrankung und vor allem der Folgen der Behandlung vor ihm sitze, ist er ein sehr aufmerksamer Zuhörer.
Er erklärte mir, was ich zu erwarten habe und sagte mir auch, was er nicht kann. Der Doc ist kein Mann für Smalltalk. Ich habe ihn nicht als guruhaft und auch nicht cholerisch empfunden. Natürlich referiert er auch über Dinge, die in seinem Newsletter schon standen und es kommen auch Daten und Fakten von Studien.
Ich glaube, dass ihn die vielen Angriffe von Kollegen und auch von den Medien dazu bringen, beweisen zu wollen, dass das nicht nur seine Meinung ist sondern auch die von renommierten Kollegen. Kann ich nachvollziehen.
Seine Aussagen sind sehr klar. Und nicht alles was die Schulmedizin als Behandlung hervorbringt, wird von ihm abgelehnt.Auf meine Frage nach einem Medikament, dass ich einnehme, kam von ihm: Das geben sie nicht mehr her.
Er gab auch Dinge von sich persönlich preis, dabei spürte ich deutlich seinen Kampf, den er täglich mit seinem Schicksal führt. Sein Sarkasmus und sein sehr zynisches Lachen ist mit Sicherheit nicht jedermanns Fall. Mir geht es darum, dass mir geholfen wird. Ich habe die letzten Jahre wirklich nette Ärzte, die wirklich vollkommen unfähig waren, kennengelernt. Das brauch ich nicht mehr.
Anschließend war Blut abnehmen angesagt. Jede Menge. Dort habe ich auch seine supernette und bildhübsche Frau kennen gelernt.
Aufs Ergometer musste ich nicht, bzw ich saß zwar drauf mit zugeklemmter Nase und atmete in einen Schlauch, aber ohne treten und danach nur auf die Waage mit Fettmessung.
Nach ein paar Minuten ging es wieder zum Doc. BMI ist sehr gut, aber mein Fettanteil zu hoch. Ich habe nur eine 30% Fettverbrennung. Punkt!
Dann erklärt er mir, dass da 6kg Fett weg müssen. Und sechs Kilo Muskeln dazu, sonst bin ich massiv untergewichtig. Erklärt mir wie es geht und sagt mir klipp und klar, dass ich nicht mehr zu ihm zu kommen brauche, wenn ich das nicht umsetze. Punkt!
Puuuhh. So ein Satz muss frau dann erst mal verdauen.
Meine Blutanalyse bekomme ich mit Rezepten und ausführlicher Erklärung zugeschickt. Wenn ich dann noch Fragen habe, soll ich ihn anrufen.
Nach einer Stunde war ich fertig.
Jetzt muss ich auf die Ergebnisse warten. Erst wenn ich die habe und wenn ich nach diesen Anweisungen aufgefüllt habe und wenn ich die Vorgabe des Doc erfüllt habe, kann ich ein wirkliches Resümee ziehen.
Auch darüber werde ich berichten.
Hoffentlich war das jetzt nicht zu lang.
Viele Grüße,
Annette