17.08.2021
Auszüge aus einem Bericht des Handelsblattes
Trotz hoher Impfquote verschärft sich die Corona-Lage in Israel zunehmend, die Regierung erwägt einen neuen Lockdown.
Weil mehr als 58 Prozent der 9,4 Millionen Bürger bisher vollständig geimpft sind, sehen sich Impfverweigerer durch die steigende Zahl der Neuinfektionen sogar bestätigt. Der Schutz sei weniger effizient als ursprünglich behauptet, sagen sie. In der Tat: Am gestrigen Donnerstag wurden knapp 6000 neue Fälle registriert – Mitte Mai hatte die Inzidenz noch bei praktisch null gelegen. Rund fünf Prozent der Corona-Tests sind wieder positiv.
Eine israelische Studie bestätigt, dass die Immunität nach den Impfungen nur während ein paar Monate gewährleistet ist. Nutzlos sei die Impfung hingegen nicht, beteuern Experten.
Die Wirksamkeit des Impfstoffs bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten und schweren Symptomen liege trotz der aggressiven Delta-Variante immer noch bei 88 beziehungsweise 91 Prozent, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von Ende Juli über die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Bei der Verhinderung von Infektionen und leichten Symptomen sei der Schutz aber auf 40 Prozent gesunken.
Und dennoch: Die Geimpften seien „fünf- bis zehnmal besser geschützt“ als die Ungeimpften, sagt Nadav Davidovitch, der das Institut für Präventivmedizin an der Ben-Gurion-Universität leitet. Bei denjenigen, die beide Dosen gegen Covid-19 erhalten haben, sei das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs deutlich geringer als bei den Ungeimpften. Bei den über 60-Jährigen, die nicht geimpft waren, registrierte das Gesundheitsministerium pro 100.000 Patienten bei rund 85 Patienten einen schweren Verlauf. In derselben Altersgruppe meldeten die Ärzte bei den vollständig Geimpften lediglich 16 schwere Fälle.
Bereits seit dem 12. Juli wurde in Israel eine Auffrischungsimpfung für Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem angeboten. Vorläufige Forschungsergebnisse des Rabin Medical Center Beilinson Campus in Petah Tikva und der Clalit Health Services haben zwar gezeigt, dass die Verabreichung einer dritten Impfung gegen das Coronavirus bei immungeschwächten Patienten die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern deutlich erhöht.
Interne Daten des Gesundheitsministeriums zeigen laut Medienberichten aber, dass sich 14 Israelis eine Woche nach einer Auffrischungsimpfung mit Covid-19 infiziert haben. Sollten sich die Zahlen in größeren Stichproben bestätigen, könnten sie Zweifel an der Wirksamkeit der Auffrischungsimpfung verstärken. Israel hat als erstes Land damit begonnen, den Booster zu verabreichen.
Anmerkung:
Es bestätigt sich das die Impfungen wohl vor schweren Verläufen besser schützen, aber leider setzt sich Corona trotz Impfungen weiter durch.