Hallo Robert und Martin,
nur mal was zum Nachdenken: beim Fett sind wir schon länger so weit (zumindest hier), dass man differenziert: gesättigtes, einfach ungesättigtes, mehrfach ungesättigtes Fett. Fettsäuren wie ALA vs. DHA und Palmitinsäure vs. Laurinsäure. MCT und Arachinsäure. Das sind ganz unterschiedliche Spektren, die hier abgedeckt werden und auch unterschiedliche Aufnahme- und Verarbeitungsmechanismen im Körper.
Ähnlich beim Eiweiß, auch hier wird differenziert, nicht jede Proteinquelle ist gleichwertig: Soja vs. Fleisch, Gelatine und Erbsenprotein usw. Man weiss hier, dass die Aminosäuren in unterschiedlicher Zusammensetzung vorkommen und bei mancher Proteinquelle fast fehlen (Tryptophan bei Gelatine), bei anderen dagegen sehr gehäuft vorkommen (Arginin in Soja, Glycin in Gelatine). Es kommt also auf den Kontext an! Nicht jedes Protein ist immer automatisch gut, was bei dem einen momentan nicht so gut ankommen mag ist bei dem anderen in einer unterschiedlichen Lebenslage gerade goldrichtig.
Nur bei den Kohlenhydraten, bei denen wird hier immer gleich der Vorschlaghammer rausgeholt und pauschal draufgehauen- nach dem Motto: man wird doch schon den Richtigen treffen!
Könnten wir uns wenigsten erst mal darauf einigen dass wir uns die genauen Quellen der KH nennen? Ich unterscheide hier ganz besonders zwischen der extrazellulären und der intrazellulären Stärle- erstere ist die raffinierte Stärke (Zucker, Mehl), das "Auszugsprodukt" während die letzere Stärke noch in ihrer natürlichen Matrix vorhanden ist- die Haferflocke, die Banane, die Dattel, die Kartoffel oder die Zuckerrübe. An diesen Stoffen kenne ich niemanden, der davon dick und insulinresistent geworden wäre.
Und genau darum geht es ja und von solchen Stärkeprodukten rede ich- nicht vom Weizenmehl, dem Glukose-Fruktos-Sirup oder von der Maltodextrose.
Weiterhin kommt es hier wieder auf den Lifestyle-Kontext an- bin ich ein Büronmensch ohne Bewegung oder ein Homo movens, ein bewegter Mensch? Als letzerer werde ich mit etwas von diesen extrazellulären Stärkequellen kein Problem haben, als ersterer schon. Intrazelluiläre Stärkequellen hingegen empfinde ich in ihrer natürlichen Form als selbstlimitierend- an Bananen oder Kartoffeln überessen geht nicht. Aus ihrer Form entrissen und als Pommer in Transfettsäuren gebadet oder Datteln mit Mehl und Margarine zu Kuchen verarbeitet aber schon.
Über wieviel Muskeln verfügt denn jemand, der sagt, er hat kein großes Problem imit eine Mahlzeit von 200 Gramm KH? Vielleicht über deutlich mehr als der gleichschwere Typ mit der Bierwampe und den Storchenbeinen? Dann kann er doch auch mehr Glucose dort speichern ohne dass wie bei der Bierwampe die Leber gleich Extraschichten einlegt um Triglyceride zu bauen die dann auch fleissig in die Fettzellen gehen.
Aber auch die Wampe kann mal 20 oder 30 Stunden fasten, von den Fettvorräten und den Glucosespeichern leben. Sind die Glucosespeicher dann fast entleert gehen auch mal 300 Gramm KH auf einmal rein ohne dass der Stoffwechsel gleich entgleist- sofern er noch hinreichend auf Insulin reagiert. Sind die Speicher aber ständig (beinahe) voill so wird es problematisch werden mit den selben 300 Gramm...
