16.03.2019
Guten Morgen Robert,
beim "Minesota Starvation Experiment" ging es genau umdas: Starvation, also hungern. Das ist für mich etwas signifikant Anderes, als Kalorienrestriktion. Beim Hungern wird nämlich die Nahrungszufuhr in Gänze reduziert, bzw. unterbunden. Es fehlen also nicht nur Kalorien (Energie, Brennstoff), sondern auch viele andere Nährstoffe (Minerlien, Vitamine, Spurenelemente, ...).
Ich würde also keinen Vergleich anstellen der Art: seht her, beim hungern fangen die Leute an durchzudrehen, deswegen ist Kalorienrestriktion unsinn.
Kalorienrestriktion hängt in der größe natürlich von der Person ab. Ein KFA >30% Typ kann natürlich ein größeres Kaloriendefizit haben, als einer mit KFA <15%. Allein, weil das umfangreichere Fettgewebe des Ersteren mehr Fettsäuren ans Blut abgibt/abgeben kann, als bei der Person mit deutlich weniger Körperfettanteil. Die Zufuhr an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, etc. sollte natürlich nicht darunter leiden!
Du schreibst: "Noakes und Inkinen sind keine DT1, die sind DT2...warum? weil die ausschließlich KH "gefressen" (große Mengen) haben...sie wollten beide einen rein auf KH aufbauenden Stoffwechsel. Kein Fett. Das war das Ziel für solche Profisportler...".
Nur KHs fressen (KH-Mast) ist natürlich nicht die Lösung. Kein Extrem ist die Lösung. Wie gesgt: Zyklen!. Der Körper braucht Fett, Eiweiß und Kolenhydrate (und noch einiges Andere); aber nicht immer nur ausschließlich dauerhaft das Eine oder das Andere, sondern alternierend mal das Ein und mal das Andere.
So gesehen haben sich Noakes und Inkinen ihren Stoffwechsel mit ihrer extremen Ernährungsweise auch gut zerschossen. Wie gesagt, das Problem sind nicht die KHs ansich sondern ein dauernder Energieüberfluß, den der Körper, den die Zellen nicht mehr abarbeiten können ("große Mengen", deine Aussage); egal ob aus KHs oder Fetten. Also Ja, natürlich kann man sich auch mit KHs pur den Stoffwechsel zerschießen, wenn man es übertreibt.
Nochmals: Die Natur mag keine (dauerhaften) Extreme. Sie mag Zyklen und Mäßigung!
@ Thomas: Ist dein Vater denn Insulinsensitiv? Wenn nicht gibt es ja durchaus noch weitere Möglichkeiten (!) die Insulinsensitivität zu verbessern:
* O3 (EPA + DHA): macht die Insulinrezeptoren in den Zellmebranen beweglicher
* Chrom, Zink, Magnesium: werden für die Verstoffwechselung von KHs benötigt (wenn nicht ausreichend vorhanden macht die Zelle dicht, wil sie ihr Glukose nicht verbraucht/verarbeitet bekommt)
* Q10 (nimmt dein Vater Statine?)
* B-Vitamine
* Vitamin A / Retinol
Alles Möglichkeiten, die nicht notwendigerweise eine Kalorienreduktion erfordern/vorraussetzen, um die Insulinsensitivität zu verbessern.
Darüberhinaus gibt es auch noch genetische Gründe, die dazu führen können, dass Insulinrezeptoren nicht richtig, bzw. nur eingeschränkt funktionieren. Und selbst bei geringem KFA kann die Verteilung entscheidend Einfluß auf die Entwicklung eines Diabetes nehmen. Viszerales Bauchfett ist auch für schlanke Menschen ein Risikofaktor.
LG,
Thorsten