22.05.2016
Das beginnt schon mit der Faser-Zusammensetzung. Geparde, Gorillas oder andere Herbivore haben hauptsächlich Typ2X-Fasern, zum Großteil. Oft über 80 %. Es gibt ein Typ2X-Faser-Analog im Menschen, aber die verliert der Mensch bei Bewegung sehr schnell. Stattdessen sind Typ2A-Fasern sehr dominant.
Diese Typ2X-Fasern werden in der klassischen Literatur als "extrem schnell, kraftvoll und glykolytisch" beschrieben. Wie gesagt, der Mensch hat immer nur einen kleinen Anteil davon und selbst Sprinter, die diese Muskelfaser am ehesten haben sollten, erreichen fast nie hohe Prozentbereiche und wenn, hat das meist auch einen genetischen Hintergrund (siehe dazu Genetik jamaikanischer oder westafrikanischer Athleten).
Auffallend ist also, dass sämtliche Tiere diese Typ2X-Faser in hohen Prozentanteilen aufweisen. Bei den Tieren sind diese Fasern allerdings rot und nicht weiß. Das ist wieder ein fundamentaler Unterschied auf Stoffwechselebene.
Sogar bei Zoo-Tieren, die sich kaum bewegen, hat man den hohen Prozentanteil der Typ2X-Fasern nachgewiesen.
Der nächste Punkt ist, dass Primaten ein anderes Nervensystem haben und viel weniger Motoneurone die Muskeln innervieren. Als Folge entwickeln Primaten größere Kräfte, haben aber keine gute Feinmotorik (so wie wir).
Primaten haben außerdem längere Muskelfasern, die das Drehmoment beeinflussen.
Das Resultalt ist, dass Schimpansen (als Beispiel) ungefähr doppelt so viel Kraft haben im Vergleich zu Menschen. Ich beziehe mich in diesem Fall auf Primaten, weil das hier gut untersucht ist.
Wer Tierarten als Beispiel heranziehen will, wie man wohl am besten trainiert (etc.), der hat sich noch nicht mit dem Thema befasst.