24.01.2024
"Die Ampel muss aber Richtlinien vorgeben, auf die man sich verlassen kann. Permanente Richtungswechsel sind absolut schädlich."
Kein Widerspruch meinerseits. Ich sage ja oft genug, dass es "echte" Gründe gibt, die Ampel zu kritisieren (angeblich verfehlte Energiepolitik in den letzten 2 Jahren gehört aus meiner Sicht nicht dazu); und die einzelnen Parteien innerhalb der Ampel. Ein Allgemein-Bashing ist mir aber zu undifferenziert. Forderungen nach Neuwahlen halte ich aktuell für gefährlichen Populismus.
Für mich stinkt der Fisch, bzw. die Ampel, vom Kopf her. Scholz hatte 4 Jahre Zeit, Kanzler zu lernen; offensichtlich ist da nichts bei rum gekommen. Jetzt stümpert er bei der Führung seines Kabinetts herum und läßt einen Scherbenhaufen nach dem anderen zu. Gefühlt ist der Typ nicht präsent, geschweige denn in der Lage, Politik, Maßnahmen und Vorhaben zu kommunizieren. Und wenn der Dirigent seinen Taktstock nicht schwingt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sich das Orchster eher nach Experimentalmusik anhört (was nicht notwendigerweise alle Musiker zu Stümpern macht).
"Neubauten sind komplett eingebrochen. Nicht global, sondern in D."
Das ist so nicht ganz richtig. Neubauten sind EU weit eingebrochen; nicht zuletzt dem gestiegenen Zinsniveau, Inflation und gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen geschultet.
Einen besonders kräftigen Rückgang fertig gestellter Wohnungen haben in den Jahren 2023 bis 2025 auch Schweden (-39%), Dänemark (-33%) und Ungarn (-29%) zu erwarten.[IFO Institut]
Weniger Aufträge bedeutet dabei in Deutschland aber auch, dass sich der Fachkräftemangel nicht mehr stark auswirkt. Handwerker haben vielleicht etwas zeitnäher Zeit, auch mal kleinere Aufträge zu bearbeiten und abzuschließen. Ich warte z.B. schon seit knapp 1/2 Jahr auf meine Elektriker-Rechnung. Es ist ja nicht unbedingt so, dass die Betriebe jetzt nichts mehr zu hätten; das Auftragspolster schmilzt aber mal etwas ab und man muss die Heizungssanierung nicht mehr mit 24 Monaten Vorlauf planen.
Der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe war zwar in den vergangenen Monaten rückläufig, liegt aber immer noch deutlich höher, als 2018/2019 (https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Industrie-Verarbeitendes-Gewerbe/_Grafik/_Interaktiv/auftragsbestandsindex.html).
Vielleicht ist die Ampel so schlecht, wie ihr Ruf. Aber dummerweise traut die Bevölkerung aktuell ja auch den Uniosparteien nicht allzuviel zu; wissend, dass die den Karren 16 Jahre lang immer tiefer in den Dreck gefahren haben und von der SUbstanz gezehrt haben.
Was bleiben da für zukünftige Koalitionen?
Die AfD will sicher niemand in der Regierung sehen.
Das Experiment "Ampel" darf als gescheitert angesehen werden.
Die FDP marginalisiert sich selber und fällt u.U. als Koalitionspartner ganz aus.
Rot-Grün wird nicht reichen, will aktuell wohl keiner wirklich sehen.
Drei-Parteien-Koalitionen sind auch mehr als fraglich
Schwarz-Rot konnte vorher auch nicht überzeugen (Stillstandskoalition)
Vielleicht mal was ganz Verwergenes? Eine Koalition aus einem leicheten Zugewinnler und einem Minimalverlierer? Schwarz-Grün?
Die kämen zusammen immerhin auf etwa 55%. Wenn FDP, Linke, BSW an der 5% Hürde scheitern. Und wirklich schlechter könnte diese Kombi auch nicht sein...