31.07.2018
Hallo Robert,
natürlich wird das Kupfer aufgenommen, wieso sollte es auch nicht aufgenommen werden. Das ist ja das Problem, dass wir zu viel Schrott aufnehmen. Fakt ist, dass unsere Transportproteine (ATP7A, ATOX1, CTR1) nur Cu+ transportieren können und Cu2+ TOXISCH für uns ist. Mehr brauche ich nicht als Grund, um die Finger davon zu lassen. Auf eine sichere Reduktion in unserem Körper werde ich mich mit Sicherheit nicht verlassen und das solltet ihr auch nicht tun. Das ist ja wie mit der Chemo, auf gut Glück. Nein, danke!
Eine sichere Reduktion von Cu2+ zu Cu+ findet in Pflanzen und Pilzen statt, oder durch verschiedene Synthesen mit geeigneten Reduktionsmitteln, wie z. B. die Ascorbinsäure. Es gibt noch vulkanische Schloten und Mineralbecken die Cu+ enthalten, aber das hilft uns auch nicht weiter.
Bei den Chelaten sollte man beachten, dass hier die SALZE für die Aufnahme und Transport zuständig sind. In Deinem Präparat ist das Cu2+ an Bisglycinat gebunden. Das Bisglycinat wird direkt über den Dipeptidkanal absorbiert und transportiert, der normalerweise für die Proteinpeptidabsorption verwendet wird und durch diesen Kanal wird dann auch das Cu2+ transportiert. Wo, wie und wie viel da jetzt reduziert wird, weiß kein Mensch. Ist natürlich Deine Entscheidung was Du einnimst, aber ich würde dieses Präparat nehmen und in die MÜLLTONNE schmeißen. Ja, nicht einmal verschenken würde ich es.
Es gibt genug Alternativen für gutes und bioverfügbares Cu+. Im Symptome-Forum habe ich sogar eine Kurzanleitung geschrieben, wie man sich ganz einfach und günstig ein eigenes Kupfer(I)-Nikotinat (MitoSynergy!) herstellen kann. Das Kupfer(I)-Nikotinat ist ein sehr guter Komplex und enthält Cu+ gebunden an Nikotinat, das Salz der Nikotinsäure (B3/Niacin). Dann gibt es noch die Rinderleber, was Cp-gebundenes Kupfer, sowie Zink enthält und das Gute ist, dass das Zn/Cu-Verhältnis in der Leber genau richtig ist. Aber auch Kofaktoren wie Vitamin A/D, B-Vitamine, Häm-Eisen usw., sind enthalten. Ich kenne auf jeden Fall nichts nährstoffreicheres wie die Leber.
Wir brauchen Cp und das können wir nur mit Cu+ und den wichtigen Kofaktoren erhöhen. Dafür wurde auch das RCP (Root Cause Protocol) entworfen. Früher hieß es Coeruloplasmin-Protokoll.
Nur zur Info: Die Labordiagnostik kann nicht zwischen Cu, Cu+ oder Cu2+ unterscheiden. Deswegen braucht ihr euch auf eure Vollblut- und Serumwerte nicht verlassen. Man sollte schauen ob es Auffälligkeiten im Serum-Kupfer, Cp und freies/ungebundenes Kupfer gibt. Dazu am besten noch das Serum-Eisen, Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung und Hämoglobin kontrolieren lassen. Nur das Ferritin zu checken, bringt überhaupt nichts.
Sonnige Grüße aus dem Schwarzwald,
Eugen