08.05.2018
Hallo Miteinander,
ich hoffe, ich bin hier nicht ganz falsch mit diesem Beitrag 
"Ich würde dafür gern nochmal einen neuen Thread starten...und wen das nicht interessiert, der braucht nicht lesen...."
Dann laßt uns doch diesen Thread von Thomas dafür nehmen.
"Die Leute hier wollen in der Mehrheit die Strunzchen Inhalte diskutieren - nur das ist eine konstruktive Auseinandersetzung."
Touché.
"Die Diskussion ist meines Erachtens längst aus dem Ruder gelaufen – ein inflationärer Meinungskrieg, wie er für die heutigen Medien leider typisch ist. "
Ja Herbert, das hast du leider Recht.
"Die Vernunft verlangt, dass man Fakten beibringt, d. h. Blutwerte, die den praktischen Erfolg oder Misserfolg belegen [...].
Es geht nicht um einzelne Stoffe, sondern um das Gesamtsystem. Wer Aussagen trifft, sollte es auf dieser Basis tun, im umfassenden Kontext, unter Beachtung aller Komponenten der Trias.
Die Gesetze (heuristischen Modelle) der Biochemie gelten immer. "
Genau so sehe das auch. Biochemie und Naturgesetze, speziell auch die der Thermidynamik, gelten für jeden. Erschwärend ist allerdings, dass es offenbar vielfältige individuelle Ausprägungen in Bezug auf Stoffwechselpräferenzen gibt. Nur weil eine Maßnahme bei Person A erfolgreich ist, heißt das noch nicht, dass sie bei Person B und C genauso wirkt.
Als Beispiel sei auf das in der Strunzchen News beschriebene Affen-Experiment verwiesen ("Leben im Glück: Die Aminosäuren (Teil II)";18.05.2014):
Der Chef-Affe wird von der Gruppe entfernt und ein rangniederes Tier wird mit Serotonin (dem "Chef-Hormon") gepimt tämporär zum neuen "Leit-Affen". Worin unterscheiden sich aber die Tiere? Bekam der ursprüngliche Chef-Affe eine andere Ernährung, um seinen Serotoninspiegel und Chefposten aufrecht zu erhalten? Warum konnte der "gemachte" neue Chef-Affe seinen Posten nicht halten? Er hatte doch die gleiche Ernährung zur Verfügung wie der ursprüngliche Chef-Affe und die die anderen Affen auch?! Veranlagung? Epigenetik? Genetik? Individuelle Unterschiede?
Vielleicht will die Natur nicht, dass jeder Chef werden kann.
Worauf ich hinaus will ist, es gibt offenbar interindividuelle Unterschiede, die einer allgemeinen Patentlösung für alle im Wege steht. Kein "One Size fits all". Kein "Dann hast du es halt noch nicht richtig genung versucht".
"Die Strunz-News (seit 2004) und der Strunz-Ansatz sind eine unvergleichlich wertvolle Hilfe."
Genau so sehe ich es auch. Als Ansatz und Hilfe, als Anregung sich mit sich und seiner Gesundheit eigenverantwortlich auseinander zu setzen. Aber nicht als dogmatische Schritt-für-Schritt-Anleitung für jedermann.
"Wir haben eine Gruppe von Individuen, darunter eine Teilgruppe A, die mit Low Carb sehr gute Erfahrungen gemacht hat, und eine Teilgruppe B, die mit Low Carb Probleme erlebt hat. Aus dieser Konstellation kann man folgendes sofort ableiten:
1) Die Biochemie (egal wie geartet und welche Prozesse genau ablaufen) erlaubt LC"
Wurde auch nie in Frage gestellt.
"Nun werden in diesem Forum vermehrt warnende Stimmen aus Gruppe B laut, die behaupten, dass aufgrund ihrer persoenlichen Erfahrung (plus der von Google) LC als System nicht funktionieren kann."
Wurde so stringent nach meiner Auffassung auch nie behauptet ("... nicht funktionieren kann"). Ausgeführt wurde von Gruppe B, dass LC nicht immer wie erwartet oder erhofft funktionieren muss, vor allem langfristig betrachtet.
"Wenn zusaetzlich bestimmte Personen aus Gruppe B dann jeden Zweig greifen, um eine Pro-LC-News-Quelle zu diskreditieren (evtl. gar nicht aus Boswillen, sondern sportlichem Ego) dann ist das jedes Mal (gefuehlt) ein unberechtigter Angriff."
Nicht diskreditieren. Relativieren, kontextbezogen einordnen.
So wie ich das wahrnehme praktizieren die Meisten der Gruppe B ja durchaus auch LC bis hin zu Keto; phasenweise. Es geht doch gar nicht um eine generelle Ablehnung von LC. Ebensowenig um ein Propagieren von HC. Es geht um den bewußten Umgang mit Carbs (mit Nahrung i.A.). Dem Körper soviel davon geben, wie er braucht (um nicht müsam die GNG bemühen zu müssen). Mein Ansatz war und ist nach wie vor, dem Körper im Schnitt die Menge "guter" Carbs (Stärke, Glukose) zu "gönnen", die er sich sonst mühsam per GNG herstellen müsste. Und, dass es nicht darauf ankommt, einen dauerhaft niedrigen Insulinspiegel zu haben, sondern keinen dauerhaft hohen; und dass Insulin wieder angemessen im Körper wirken kann.
"Die Beweislast liegt meiner Meinung nach bei Gruppe B. Wenn vor zu wenig KH gewarnt wird, dann muss Gruppe B eine Schwelle nennen unterhalb welcher es gefaehrlich wird und muss erklaeren weshalb Gruppe A noch nicht ausgestorben ist! Weiterhin waere Gruppe B gut beraten, die eigene Umsetzung des LC Versuchs, kritisch nach Implementationsfehlern abzusuchen."
Es ist schon bemerkenswert, dass Gruppe A teilweise wie selbstverständlich von Implementierungsfehlern bei Gruppe B ausgeht und interindividuelle Unterschiede (verschiedene Stoffwechseltypen, unterschiedlicher Kontext, abweichende Ziele) offenbar gar nicht erst in Betracht zieht. Eine "Schwelle" anzunehmen, also einen definierten Wert, ab dem es tatsächlich gefährlich wird, ist eine in meinen Augen sehr kurzsichte Sichtweise. Dafür sind die Unterschiede und Veranlagungen der Menschen zu groß, bzw. unterschiedlich. Für den Einen sind 150g KH/d noch LC für einen Anderen schon fast HC. Und dann stellt sich natürlich die Frage nach der Definition von "Gefahr" bzw. "gefährlich". Es handelt sich dabei doch lediglich um die gesteigerte Möglichkeit (!) des Eintretens eines negativen/unerwünschten Ergebnisses; nicht um eine unveränderliche Prädetermination.
"Die kollektive Einordnung der Erfahrungen aller Individuen in Gruppe A als "anekdotische Einzelerfahrung" ist ungueltig, wenn gleichzeitig immer auf die eigenen Erfahrungen plus die von Chris Michalk (auch eine Einzelperson) verwiesen wird."
Das gilt tatsächlich und natürlich beiderseits und ist eigentlich auch immer so beschrieben worden. Entweder sind beiderseitige anekdotische Erfahrungsberichte gleichermaßen zulässig und zu akzeptieren, oder eben nicht. Auf jeden Fall kann eine nur einseitige Akzeptanz nicht sinnvoll sein.
"Der Versuch einiger Anhaenger von Gruppe B, sich dem Thema "Ernaehrung" ausschliesslich von der rationalen Ebene her zu naehern und auf Studien zu warten, die beweisen, dass LC moeglich und gesund ist, stehen dem erfolgreichen Selbstversuch im Weg."
Wer macht denn sowas? Das LC (kontextbezogen) möglich und gesund ist wird doch gar nicht in Frage gestellt. Die Wehemenz, mit der Teile von Gruppe A aber jegliche möglichen negativen Effekte von LC negieren und als persönlichen Angriff oder als Affront gegenüber Dr.Strunz sehen (wollen?) finde ich schon befremdlich.
"Wenn das die Hummel getan haette, koennt' sie immer noch nicht fliegen... :)"
Die Hummel ist zum Glück schlau genug um zu wissen, dass sie nicht gegen die aerodynamischen Gestze und Grundprinzipen verstoßen muss, um fliegen zu können. Reynold, Nusselt und die Kenntnis über kleinste Luftwirbel machen es möglich ;-)
LG,
Thorsten