10.02.2016
Hallo,
die Speiseröhre wird durch die Magensäure geschädigt, korrekt. Aber eigentlich ist da ja ein Ventil zum Magen hin. Und selbst wenn die Magensäure nicht sehr sauer sein mag, so reicht es doch zur langsamen Schädigung der Speiseröhre. Deswegen die Magensäureproduktion aber ganz auszuknippsen verbessert zwar kurzfiristig das oberflächliche Symptom, bekämpft aber nicht die eigentliche Ursache. Und wenn der Magen zu wenig Säure produziert bzw. diese ständig neutralisiert wird so können dort erst Pathogene leben bzw. werden diese nicht abgetötet und können sich so weiter im Dünndarm verbreiten. Durch die fehlende Säure wird die Nahrung nicht richtig im Magen vorverdaut und kann so weiter unten im Darm Pathogene ernähren, die sonst kaum was vom Nahrungsbrei abbekommen hätten, da sie zu weit unten im Darm sitzen.
Dein Immunsystem bekämpft nun all diese Pathogene, dieser Kampf verbraucht Energie, Eiweiß, Mineralstoffe..und die Keime geben Stoffe ab, die Immunzellen Entzündungsmarker, die alle im Blut landen können, volles Drama: Deine Dünndarmoberfläche beträgt um 40 m²- 20x soviel wie deine Hautoberfläche, und all dies will verteidigt werden. Das ist ein Ressourcenkrieg, ein ständiger Grabenkampf.
Und diese bakterielle Fermentation im Dünndarm erzeugt Unmengen von Gas (CO2, H2, Schwefelwasserstoff), das nicht nur nach unten sondern auch nach oben zum Magen hin drückt und bedingt durch den Überdruck kann der Verschluss am Mageneingang öffnen und die, wenn auch jetzt etwas weniger saure, Magensäure kann in die Speiseröhre gelangen. Jetzt einfach nur die Magensäure mit Natron zu neutralisieren bringt zwar kurzfristige Symptonerleichterung, aber damit greifst du mittelfristig leider ganz falsch in den Regelkreislauf ein. KH reduzieren hilft zwar auch, denn diese werden besonders gerne von den Pathogenen fermentiert, behebt aber ebenfalls nicht die Ursache.
Zu den genaueren Zusammenhängen bei GERD (=Sodbrennen, Reflux) finde ich dieses Büchlein äußerst hilfreich:
http://my.chriskresser.com/wp-content/uploads/membership-files/ebooks/Heartburn%20GERD.pdf