18.10.2021
Sehr geehrter Herr Krug,
inwieweit man sich auf Socialmedia, Aussagen Einzelner und YouTube-Videos als valide Quellen berufen und verlassen möchte, sei jedem selbst überlassen. Gehen wir der Einfachheit davon aus, dass die geschilderten Effekte und Auswirkungen den Tatsachen entsprechen, so muss man auch konstatieren, dass diese als grundsätzlich mögliche Nebeneffekte und Auswirkungen einer Impfung nie in Abrede gestellt wurden. Was aber regelmäßig in solchen Fällen zu kurz kommt, ist eine Einordnung der Häufigkeit ihres Auftretens. Wenn man 8 Mrd. Menschen impfen möchte, wird natürlich mit einer einer breit gefächerten Variation von Nebenwirkungen zu rechnen sein.
Für eine angemessene Risikoeinschätzung ist aber, wie schon mehrfach in verschiedenen Beiträgen beschrieben, die Häufigkeit ihres Auftretens essentiell. Wird diese, wie bei Ihren Schilderungen, nicht mal im Ansatz ermittelt bzw. erwähnt, ist eine Risikobeurteilung schlicht nicht möglich. Dann liegt der Verdacht nahe, dass hier nur Verunsicherung betrieben wird, um Menschen von schützenden Impfungen abzuhalten und eine Gegenstimmung zu befördern.
Man muss nur einmal rekapitulieren, was man alles schon angeblich festegestellt und gemessen haben will und sich dann als haltlos erwiesen hat. Ich erinnere nur an die angeblichen Graphen(oxid)-Nanoröhrchen zur Gedankenkontrolle oder Mikroroboter.
Und natürlich ist auch zu bedenken, dass Menschen auch unabhängig von Corono-Impfungen nach wie vor auch anderweitig erkranken; einige eben auch in zeitlichem Kontex mit einer Impfung, aber eben nicht notwendigerweise auch kausal.
Wenn Sie hier, durch weitergehende Informationen zu Umständen und Häufigkeit der von ihnen beschriebenen vermeintlichen Impfnebenwirkungen mehr Klarheit schaffen könnten, wäre wieder ein Schritt in Richtung sachdienlicher Diskussion getan.
Da Sie ja bei Ihren Büchern durchaus auf verschiedenste Studien und wissenschaftliche Ergebnisse verweisen, gehe ich davon aus, dass das auch in Ihrem Sinne wäre.
Ähnliche Diskussionen zu unerwünschten Auswirkungen von Maßnahmen und Vorschriften gab es bereits in den 70er Jahren bei der Einführung der Gurtpflicht (Verletzungsgefahr durch den Gurt, Fahrzeug kann ggf. nicht schnellgenug verlassen werden, Strangulation,etc.), ebenso bei Einführung der Airbags (mögliche Gesichtsverletzungen, speziell bei Brillenträgern, etc.). Alles tatsächlich aufgetretene und nachgewiesene Effekte, die in der Anfangszeit zu massiver Verunsicherung bis hin zur Ablehnung bei Einzelnen geführt haben. Rückblickend muss man aber diese Befürchtungen, aufgrund der gerignen Häufigkeit und der überragenden Schutzwirkungen der Maßnahmen, als haltlos und unbegründet betrachten.
Bei den Coronaschutzimpfungen sieht es derzeit ähnlich aus. Gute Schutzwirkung vor Erkrankung, noch bessere Schutzwirkung gegen schwere Verläufe und Tot (selbst bei Risikopersonen mit Vorerkrankungen). Eine besondere Häufung schwerwiegender, unerwünschter Nebenwirkungen wird derzeit nicht beobachtet; auch wenn sie dennoch vereinzelt auftreten können.
Mit besten Grüßen
Dragan Ulrich