28.02.2023
Thomas,
da sprichst du durchaus einige aktuelle noch wichtige Themen und Probleme an.
"einerseits sind sie den Verbrennern vom Wirkungsgrad her überlegen,"
Definitiv.
"andererseits aber liegt das Problem bei den Akkus, dem Ladeverhalten und der Ladeinfrastruktur."
Völlig richtig. Deshalb ist E-Mobilität aktuell(!) noch nicht für Alle und alle Einsatzszenarien die optimale Lösung. Für viele aber schon jetzt eine echte und wirtschaftliche Alternative zum Verbrenner..
"Was nützt mir ein emissionsfreies Aute, wenn auf lange Sicht hin, der Sttom nicht emissionsfrei erzeugt werden kann."
Auffallend richtig. Hier ist insbesondere ein weiterer Ausbau der Netzt und Ladeinfrastruktur gefordert; aber auch im Gange. Ob das Tempo reicht, muss man sehen. Aber schon mit dem aktuellen Strommix sind E-Autos ökologischer, als Verbrenner. Der CO2 Rucksack aud er (Akku) Produktion ist schon in den ersten 3 Jahren abgetragen. Fortschreitender Ausbau regenerativer Stromerzeug verbessert die Bilanz fortlaufend.
"Was nützt mir ein effizienter Motor, wenn der Akku bei Temperaturen " unter Zimmertemperatur" teilweise mit extrem verminderten Leistungsabgaben reagiert."
Zum Glück reduziert sich dieses Problem mit jeder neuen Fahrzeug- und Akku-Generation. Besseres Thermomanagement, bessere Zell-Chemie reduzieren die Probleme deutlich. Entsprechende E-Fahrzeuge haben ja auch keine konventionelle Klimaanlage, sondern eine Wärmepumpe. Auch der Einbau einer konventionellen Standheizung kann ein gangbares (Übergangs)Konzept darstellen. Ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten 5-10 Jahren diese Probleme nahezu vollständig gelöst werden.
"Mit anderen Worten, was nützt es mir als Fahrer, wenn das Akku-Auto dem Verbrenner überlegen ist, diese Überlegenheit aber nicht abrufbar ist?"
Das ist natürlich sehr abhängig vom persönlichen Nutzungsprofil. Wie gesagt, E-Mobilität ist noch nicht zwangsweise die Optimale Lösung für Alle.
"und auch auf längere Sicht sehe ich da keine Änderung..."
Ich schon. Bin von berufswegen in die entsprechenden Zukunftsstrategien der (deutschen) Automobilindustrie und Batteriefertigung involviert.
"nicht alltagstauglich, zumindest nicht, was unseren aktuellen (...) Alltag betrifft."
Wie gesagt, das ist sehr abhängig vom persönlichen Nutzungsszenario. Für mich passt das jetzt schon. Ich kann zuhause laden, am Arbeitsplatz beim Kunden; Einzelfahrstrecken ~120km bis max. 650km.
Spannend wird das Thema E-Mobilität, wenn die Fahrzeuge systemisch ins Stromnetz integriert werden und z.B. 10-15% ihrer Akku-Kapazität als Regelenergie bereitstellen. Second-Live Konzepte für Akkus berücksichtigt werden, die auf 80% Nennkapazität angesunken sind. Insgesamt kann man jetzt schon sagen, dass die Akkus im Schnitt deutlich länger halten, als prognostiziert oder von manchen cassandrat wurde.
Aber nochmal, es wird noch mindestens 12 Jahre lang Verbrenner neu zu kaufen geben und sicher noch weitere 20 Jahre Kraftstoffe dafür zu kaufen geben. Bis dahin werden die E-Fahrzeuge und ihre Technologien noch einige Innovationszyklen durchlaufen und auch Netze und Energieversorgung aus- und umgebaut werden und sich viele der heutigen Problembefürchtungen als gegenstandslos erweisen. Es gibt z.B. schon heute Akkutechnologien, die ohne Kobalt, Nickel, Kupfer, Mangan, Litihium auskommen, die schnelladefähig und tiefentladefähig sind, die keine Neigung zum thermischen Durchgehen haben, die nahezu keinen Leistungs-/Kapazitätsverlust bei Kälte haben. Auch im Bereich der Leistungselektronik gibt es noch Luft nach oben, um leistungsfähiger, kompakter und verlustärmer zu werden.