Es geht mir nicht um besser oder schlechter. Es ist eben keine Realität, sondern es geht um manipulierte Interessen. Staatsfernsehen ist schon nicht ganz abwegig. Wollfgang Herles , ein früherer ZDF-Studioleiter, hat mal ein Interview gegeben. Das sind keine neuen Erkenntnisse, aber ..
sagte Herles: „Wir haben ja das Problem, dass – und jetzt spreche ich wieder überwiegend vom Öffentlich-Rechtlichen – dass wir eine Regierungsnähe haben. Nicht nur dadurch, dass überwiegend so kommentiert wird, wie es der Großen Koalition entspricht, dem Meinungsspektrum. Sondern auch, dass wir vollkommen der Agenda auf den Leim gehen, die die Politik vorgibt. Das heißt, die Themen, über die berichtet wird, werden von der Regierung vorgegeben. Also wir gehen der Agenda auf den Leim.“
Anschließend sagte Herles: „Und es gibt tatsächlich […] Anweisungen von oben, auch im ZDF sagt der Chefredakteur: ‘Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient.’ Und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazu sagen ‘wie es der Frau Merkel gefällt’. Solche Anweisungen gibt es, gab es auch zu meiner Zeit. Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe, und das ist was anderes als zu berichten, was ist. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen. Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus. Und das führt dazu, dass Leute das Vertrauen in uns verlieren. Das ist der Skandal.“
Herles: „Ich habe nicht ‘enthüllt’ und nicht ‘ausgepackt’. Was ich sagte, wissen die meisten. Und akzeptieren es. Und es ist geltende Rechtslage.“ Staatsverträge und Programmrichtlinien würden seiner Ansicht nach eine komplett freie Berichterstattung beim ZDF teils behindern. „Dazu braucht der Untertan keine schriftliche Anweisung. […] Die Freiheit ist nicht in Gefahr durch Unterdrückung, sondern durch Anpassung. Darum geht es.“