01.06.2020
Hallo Thorsten,
danke fürs Mitforschen. Also diesem Paper kann ich nicht viel abgewinnen. Die beiden Herren haben offensichtlich keine echte Ahnung von einer ketogenen Ernährung. Das Paper ist ja auch aus 2006.
1. Als gesunder Mensch bekommt keine Ketonemia, wie in dem Paper beschrieben. Nur Diabetiker T1 können das bekommen. Der Körper regelt BHB über 3.5 mmol gegen mit Insulin. Aber das ist allgemeines Schulmedizindenken...steht auch falsch im Horn. Soviel dazu.
2. Nur in den Anfangswochen/-tagen hat man überhaupt hohe Level...oder nach einer anstrengenden sportlichen Einheit. Sonst hat man eher so 0.3mmol. Denn der Körper verschwendet ungern Energie, so auch bei der genetisch korrekten Ernährung. Dieses "ich pinkel lila-Urinstrips"...passiert nur, so lange keine Zelle im Körper mehr weiß, was ein Ketonkörper ist. Daher soll man ja auch im Blut messen. Denn später zeigen die Urinstreifen nix mehr an...oder kaum etwas, was dann eben genau nicht bedeutet, dass man nicht in Ketose ist. Nur ...die Zellen benutzen wieder Ketonkörper und die Level im Blut gleichen sich dem Bedarf an. Zudem bauen die Muskeln die Fettverbrennung massiv auf, wie wir wissen. Aber das dauert.
3. Daher kommt es auch eher nicht zur Bildung dieses Isopropanols. Ggf. nach einer hohen sportlichen Einheit.
4. Ich esse nicht ketogen. Mal ja...mal nen Tag...oder eine Woche. Aber generell esse ich LC...oder mediteran ohne Nudeln+Pizza.
Eine andere Spur führt nach "Ethyl glucuronide" ...oder dem Hauptentgiftungsweg im Menschen über Glucuronsäure. Und wie der Name andeutet ist hier Glukose mit involviert. Wobei man auch sagen muss...das ist nicht der Hauptentgiftungsweg von Alkohol im Menschen. Der geht über ADH->ALDH und ein STück weit über Cyp P450. Alles ohne Glukose. Aber es entstehen beim Alkoholgenuss doch eine ganze Reihe von Stoffwechselprodukten, siehe den Wikibeitrag zu ""Ethyl glucuronide":
"Other experimental serologic tests (biomarkers) for recent alcohol use include 5-hydroxytryptophol, ethyl sulfate, phosphatidyl ethanol, sialic acid level, β-hexosaminidase, mitochondrial AST levels, and alcohol metabolites such as erythrocyte acetaldehyde and acetaldehyde adducts. "
Hintergrund ist: Man möchte feststellen, ob jemand Alkohol getrunken hat...und sucht nach einem guten Blutwert...sowas wie HbA1c für Blutzucker.
Und wenn ich lese, was sich da alles bildet...dann befürchte ich langsam, es ist wesentlich einfacher, die Nadel im Heuhaufen zu finden.
VG,
Robert