07.11.2023
"Na, wenn man wusste, warum die Preise so hoch sind, warum hat man dann nicht erst die Ursachen beseitigt? "
Weil dann irgendwer weniger Geld einnimmt...
"Die Franzosen stellten sich offenbar geschickter an, Beibehaltung der Kernkraft bei gleichzeitigem Ausbau der Regenerativen ergibt einen günstigeren Strompreis."
Ja, so geschickt, dass EDF staatlicherseits vor dem Konkurs gerettet werden musst. So geschickt, dass Frankreich für horrende Summen 2022 Strom aus Deutschland kaufen musst. Der Strompreis in Frankreich ist ein politischer Strompreis, kein marktgetriebener.
"Wir haben inzwischen 60% Regenerative und der Strompreis entwickelte sich kontinuierlich nach oben. Ab wann soll er denn nun sinken? Ab 80%, 100%?"
Bitte nicht Strompreis (Stromerzeugungskosten) mit Strompreis (Arbeitspreis für Endverbraucher) verwechseln. Zu Zeiten hoher EE-Stromeinspeisung sind die Stromerzeugungskosten auf niedrigem Niveau. Immer dann, wenn besonders viel konventioneller Strom erzeugt werden muss, steigen die Preise an der Strombörse stark an. Mehr EE-Ausbau kann diese Phasen reduzieren. Da die Enkundenpreise bei weitem nicht so volatil sind, wie die Strompreise an der Strombörse, kalkulieren die Versorger hier natürlich mit einer gewissen Sicherheit/Schwankungsbreite. Daher sind die Endkundenpreise tendenziell eher zu hoch. Da kann aber jeder mit geeigneter, eigener Dachfläche etwas für sich selber und seinen Geldbeutel tun. PV aufs Dach und Akku in den Keller.
"So gesehen unterscheidet er sich von der Informationsqualität her, nicht sonderlich von Trichy und Co."
Das is aber schon hart. Bis jetzt steht jeglicher Belge dafür aus, dass Agora gefakte Angaben über Stromprofil oder Strompreise veröffentlicht. Aber bitte, man kann ja auch bei SMARD nachschauen.
"Was die Aussage betrifft, die konventionellen Energien verteuern sich, ist richtig! Aber auch dieses ist künstlich herbeigeführt um irgendwann sagen zu können, seht...Strom ist jetzt günstiger."
Ich weiß ja, dass du die Grünen im Allgemeinen und Baerbock und Habeck im Speziellen nicht magst, Aber den CO2 Zertifikatehandel und die damit einhergehende Verteuerung von CO2 emittierenden Energieträgern haben Andere in Gesetzen und Verordnungen festgeschrieben. Aber ja, es künstlich herbeigeführt, mit dem Ziel, CO2 Emissonen zu reduzieren.
Vielleicht sollte man die Einnahmen aus diesem Zertifikatehandel zweckgebunden einsetzen und EE von der MwSt Befreien? Könnte sich als Win-Win-Situation erweisen. Die Preisschere zwisschen EE und Konventionell/CO2 geht weiter auseinander und der Strompreis kann insgesamt sinken bzw. langsamer steigen. Dann wieder die Netze/Infrastruktur in national, öffentliche Hand und quasi genossenschaftlich bzw. gemeinnützig betreiben, dann könnten auch die Netzentgelte reduziert werden.
Und wenn man schon mal beim Umkrempeln ist, dann bitte europaweit Flugkraftstoffe wie KFZ Kraftstoffe besteuern. Bzw. den Steuersatz aufgrund breiterer Besteuerungsbasis so absenken, dass die Einnahmen gleich bleiben.
Dann noch Deutschland in unterschiedliche Strompreiszonen aufteilen. Es gibt keinen Grund, warum eine Standortvorteil von preiwertem, im Überschuß verfügbarem EE-Strom nicht auch reional zugute kommen sollte. Gänzlich unverständlich ist, warum ausgerechnet die Nordländer die höchsten Netzentgelte dafür zahlen müssen, EE Strom in den Rest der Rpublik leiten zu "dürfen".
Auch andere alternative Energieerzeugung sollte auch stärker genutzt und ausgebaut werden: Biogasanlagen, Kraftwärmekopplung, einschlägige Heißluftemittenten aus dem Forum hier...