"Gasaussfall durch Russland, dann fange ich doch nicht an und verknappe künstlich Energie, indem ich intakte AKWs abschalten, die laut Aussage der Betrieber ohne weiteres hätten weiterlaufen können - siehe Recherche Cicero."
Bringen wir das Ganze goch mal kurz in den zeitlichen Kontext:
Reduktion russischer Gaslieferungen: Ende 2021
Beginn Ukraine-Krieg: Februar 2022
Einstellung russischer Gaslieferungen: August 2022
Höchstand Energiepreise: Ende August 2022
Befürchtete Gasmangellage: Winter 2022/23
Erstes LNG Terminal in Betrieb: Dezember 2022
Abschaltung 3 AKW: 15.04.2023!!!
Die AKW liefen also genau in der Phase, als Energie am teuersten war und am nötigsten gebraucht wurde. Trotzdem wurde vorsorglich gewartet und gebeten Energie/Gas zu sparen. Im Verlauf des Winters 2022/23 entspannte sich die Situation deutlich, da die Gasspeicher noch immer gut gefüllt waren und alternative Bezugsquellen für Gas gegriffen haben.
Würde ich analog Albrecht / Ole argumentieren, könnte ich jetzt behaupten, dass die Strom- und Energiepreise nach der AKW Abschaltung gefallen sind, weil Atomstrom so unglaublich teuer ist. Mache ich aber nicht. Ich sage, das die Stromproduktion aus den 3 AKW schlicht kein große Relevanz mehr hatte. Weder für die Versorgungssicherheit, noch für das Preisniveau.
Spoiler: die Strompreise (nicht Arbeitspreis) sind mittlerweile deutlich (!) unter Vorkriegsniveau (2020)! Ebenso die CO2 Emissionen und die Nenge verstromter Kohle.
Jetzt geht darum, den Trend fortzusetzen und dafür zu sorgen, dass weniger Strom abgeregelt und trotzdem bezahlt werden muss. Jeder Fortschritt, jeder Lückenschluss im Netzausbau hilft dabei. Ebenso jeder stationäre Speicher oder Elektrolyseur in Norddeutschland; oder Batteriefabriken.
Und ja, es gibt ein Missverhältnis zwischen EE-Ausbau im Norden und Netzausbau nach Süden. Und das kreide ich dem schlafmützigen Netzausbau unter Merkel/Altmeier an. Die Ampel dagegen hat hier durchaus für Beschleunigung gesorgt. Jetzt muss er nur noch den NIMBYs an den Kragen gehen...