Zum Thema Glutene (Weizen vs. Dinkel):
Gluten bezeichnet kein einzelnes Protein, sondern eine Proteinmischung.
Jede Getreideart weist eine eigene spezielle Proteinmischung in ihrem Gluten auf.
Bei jedem Getreide besteht Gluten immer aus zwei Proteingruppen, den sog. Prolaminen und den Glutelinen.
Die Prolamine und Gluteline in den verschiedenen Getreidearten unterscheiden sich in ihrer Struktur und Zusammensetzung/Mengenverhältnis voneinander. Daher haben sie auch bei unterschiedlichen Getreideart auch unterschiedliche Namen:
Die Gluteline des Weizens heißen Glutenin, die Prolamine Gliadin. Da es mehrere verschiedene Gliadine im Weizen gibt, werden diese als Alpha-, Beta-, Gamma- und Omega-Gliadin bezeichnet (Auch diese Gruppen weisen Untergruppen auf).
Der menschliche Körper reagiert gar nicht auf das gesamte Gluten im Weizen, sondern wohl hauptsächlich auf dass Omega-5-Gliadin.
Dinkel enthält wenig bis keine Omega-Gliadine. Damit fällt ein Hauptauslöser für Unverträglichkeiten weg.
Weizen enthält mehr Gluteline als Dinkel. Die ist eine Folge der Weizenzucht mit dem Ziel, den Weizen besser verarbeitbar für die Industrie zu machen.
Im Dinkel sind mehr Prolamine enthalten als im Weizen. Das unterschiedliche Glutelin/Prolamin-Verhältnis ist ein weiterer Faktor, der das Dinkelgluten vom Weizengluten unterscheidet und für die bessere Verträglichkeit des Dinkels verantwortlich sein kann.
Ob Dinkel oder andere Getreide vertragen werden, ist aber durchaus auch individuell verschieden.
LG Thorsten