14.05.2020
Gerade eben habe ich eine Website gefunden, wo Fleisch als eher ungesund angesehen wird. Der Eine sagt so, der andere so, da weiß man oft nicht was nun richtig ist.
https://www.gesund-heilfasten.de/ernaehrung/fleisch.html
So wie ich das sehe, wurde hier nur ein grober Fehler gemacht. Man kann davon ausgehen, dass die untersuchten Personen Fleisch aus konventioneller Haltung bekamen, verseucht mit Antibiotika bis zu Wachstumshormonen.
Nur was ist dran an der These tierische Proteine seien schädlich mit folgendem Auszug?
Was denkt ihr, haben tierische Proteine so ein negatives Potenzial?
"Während lange Zeit vor allem die tierischen Fette für viele Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht wurden, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass auch tierisches Eiweiß unserer Gesundheit schaden kann. Denn unser Körper zerteilt die Proteine der Nahrung nicht unbedingt erst in die Aminosäuren, die kleinsten Bausteine der Eiweiße, um sie dann in körpereigene Proteine umzuwandeln, sondern er speichert auch größere Fragmente.
Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen beispielsweise, dass die körpereigenen Speicher für Proteine durch die vielen – vor allem tierischen – Eiweiße überlastet sind. „Je nach Konstitution eines Menschen können nur mehr oder minder große Anteile des Eiweißüberschusses ausgeschieden werden“, sagte beispielsweise der Frankfurter Professor Dr. med. Lothar Wendt. Dabei füllen die tierischen Proteine die Eiweißspeicher weitaus schneller, da sie wesentlich komplexer in ihren Strukturen sind als die Proteine von Pflanzen.
Wendt L.: Die Eiweißspeicherkrankheiten; Haug Verlag; 1984.
Alle Protein-Fragmente, die unser Körper nicht verwertet oder ausscheidet, werden in der Membran der feinen Blutgefäße, in den Organen und in den Zellzwischenräumen (Interstitium) gespeichert. Sobald die Basalmembran der Zellen und das Interstitium voller Eiweißfragmente sind, kommt es zu einer Verdickung, um noch mehr überschüssige Proteine speichern zu können. Dadurch können die Nährstoffe, die im Inneren der Zellen den Stoffwechsel aufrechterhalten, nicht mehr ungehindert durch die Membranen gelangen. Es geht zu einem großen Teil genau um diesen Effekt, wenn Sie wieder einmal die Begriffe Cellulite oder Entschlackung hören.
Während den Zellen also lebenswichtige Nährstoffe fehlen, reichern diese sich in den Blutkapillaren immer mehr an. Das Interstitium hingegen, das dem Körper als Speicherplatz für Stoffwechselendprodukte dient, kann seine Funktion ebenfalls nicht mehr richtig ausführen. Dies wiederum führt in vielen Fällen zu Arteriosklerose oder Schlaganfall, Bluthochdruck oder Herzinfarkt, Diabetes, Gicht oder Rheuma. Professor Wendt stellte außerdem fest, dass es der hohe Eiweißgehalt der Nahrung Fettleibiger ist, der die Thrombosegefahr erhöht. Vor allem bei akuten Nierenerkrankungen können tierische Eiweiße ein großes Problem sein.
Die Auswertung von insgesamt 30 Studien zeigt auch, dass eiweißreiche Kost ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bedeutet. Dies liegt vor allem an der mit der Proteinspeicherung einhergehenden Übersäuerung (Azidose) des Körpers.
Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse und Kaffee wirken im Körper leicht sauer. Unser Organismus versucht aber, das Milieu konstant leicht basisch zu halten und entzieht dafür den Knochen Kalziumverbindungen, wodurch die Knochen brüchig werden, wenn zu viele dieser Säuren im Körper vorliegen.
Lemann J. et al.: The Effects of Chronic Acid Loads in Normal Man: Further Evidence for the Participation of Bone Mineral in the Defence against Chronic Metabolic Acidosis; Journal of Clinical Investigation 1966; 43(10); S. 1608-1614.
Andere Wissenschaftler konnten bereits vor langer Zeit nachweisen, dass eine eiweißarme Diät selbst sehr sportlichen Menschen nicht schadet, obwohl seit Jahren aktiven Menschen empfohlen wird, möglichst viel Protein zu sich zu nehmen.
Chittenden R. H.: Influenced future research in nutrition and exercise physiology with experiments on low protein diets; 1898.
Gleichzeitig zeigt sich, dass eine eiweißarme Rohkostdiät vor allem bei chronisch Kranken oft sehr gute Erfolge zeigt.
Wir „brauchen“ also bei Weitem nicht so viel Fleisch, wie wir essen. Und im Übermaß kann es uns sehr schaden."